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Bodypainting aus Rostock : Meisterin des Pinselstrichs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Claudia Kraemer aus Rostock feiert internationale Erfolge als Body- und Facepainterin

Lange Haare, ein wunderschönes Lächeln, die Figur elfenhaft zart: Claudia Kraemer könnte als Model Erfolge feiern. Dabei fühlt sich die Rostockerin in der zweiten Reihe viel wohler und hat es damit zu internationalen Erfolgen gebracht – als Body- und Facepainterin. Gerade erst ist sie aus Österreich zurück, wo sie bei den Weltmeisterschaften der Körperkünstler nach zwei dritten Plätzen (2011, 2013) und einem Sieg (2015) diesmal einen weiteren Titel sowie einen dritten Rang mit nach Hause brachte.

„So richtig bei mir selbst angekommen ist das noch gar nicht“, sagt die bescheidene 35-Jährige. Ein kleines Stoffbändchen am Handgelenk erinnert die Rostockerin an die arbeits-, farben-, erfolg- und erlebnisreiche Woche am Wörthersee. Dabei hat sie ursprünglich mit Groß- und Einzelhandelskauffrau einen ganz anderen Beruf gelernt. „Doch meine Familie hat eine lange handwerkliche Tradition, vielleicht kommen daher die talentierten Hände“, sagt die Mutter einer Tochter.

Nach der Lehre und einigen Auslandsaufenthalten arbeitete sie in Rostock erst einmal als Kinderbetreuerin. „Irgendwann lagen Farben zum Kinderschminken auf dem Tisch – und ich hab es von Anfang an geliebt.“ Dass Kinder nur zehn Minuten still sitzen und auch das hundertste Schmetterling-Gesicht noch eine Augenweide sein soll, sei eine gute Schule gewesen. 2008 machte sie sich damit selbstständig, Menschen in Kunstwerke zu verwandeln. Ob Kindergesichter, Babybäuche, Frauen- oder Männerkörper – es gibt kein Motiv, das Claudia Kraemer nicht auf deren Haut zaubern könnte. Einen Kurs hat sie nie besucht, sondern sich das Face- und Bodypainting selbst beigebracht. „Deshalb ist es besonders aufregend, die Stars der Szene bei der WM zu treffen, wo sie als Jury meine Arbeit bewerten.“ Während sie ansonsten Motive aus dem Effeff malt, würde für die Wettbewerbe richtig trainiert. „Die ersten Entwürfe mache ich gern mit Bleistift auf Papier, ganz ohne Farbe, damit man die Kontraste auf sich wirken lassen kann.“ Es folgen Probezeichnungen im Gesicht. Drei normale und eine Generalprobe hat es diesmal für die beiden WM-Motive gegeben.

Für die UV-Kategorie wurde spätabends mit fluoriszierender Theaterfarbe geschminkt. „Dann hatte unser Model drei Minuten auf völlig schwarzer Bühne, um das Motiv mit Leben zu erfüllen.“ Jury und Zuschauer waren begeistert – 30 Punkte Abstand hatte die Rostockerin auf den Zweiten. Für sie ist der Wettkampf ein Zuschussgeschäft, die 1000 Euro Preisgeld wären bei Unterkunft, Anreise, Material und einem mitreisenden Model kaum der Rede wert. Deshalb hofft Claudia Kraemer, dass Sponsoren auf ihre Kunst aufmerksam werden

Hintergründe zur Veranstaltung:

• Ort: das World Bodypainting Festival fand zum 19. Mal auf der Halbinsel in Pörtschach (Kärnten) statt und war Treffpunkt von 1500 Kreativen aus 50 Nationen und 30 000 Zuschauern

•  Motto: „Metamorphosis – die Kunst der Veränderung“

• Kategorien: sechs Weltmeister- und zwei Amateurkategorien, dazu drei Spezial-Awards, Gesamtgewinne: 34 000 Euro

 

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erstellt am 08.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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