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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 05:54 Uhr

Universität : Mehr Raum für Physik in Rostock

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der BBL erweitert den Südstadtcampus um zwei Großgebäude

Zwei Großbauprojekte in der Südstadt stehen kurz vor ihrem Abschluss. Mit dem Department Leben, Licht und Materie (LL&M) sowie dem konzentrierten Standort der Physik wächst der Campus Südstadt sich weiter aus – auf zehn Universitätsgebäude. Verbaut werden bis zur Fertigstellung im Juni 70,6 Millionen Euro.

„Mit solchen Projekten will das Land den Forschungsstandort stärken“, sagt Christian Hoffmann, Sprecher vom zuständigen Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL). In Rostock wird die Physik erstmalig an einem Standort zusammenkommen, gerade verteilt sie sich über die Stadt. „Das ist ein riesiger Fortschritt – für Studenten und Kooperationen“, so Physik-Prof. Karl-Heinz Meiwes-Broer. Er ist zugleich der Leiter des Departments LL&M.

In dem Forschungsgebäude werden fünf Kompetenzzentren eingerichtet. Sie sind aus Initiativgruppen hervorgegangen und beschäftigen sich zum Beispiel mit thermischer Analyse, oder der Messung von Atommassen. Die Mittel für das LL&M hat Meiwes-Broer selbst eingeworben und aufgrund der Forschungsthematik Bundesfördermittel bekommen. „Nicht jeder bekommt so einen Bau“, sagt Dr. Andreas Werner vom Baudezernat der Universität.

Sein Gesicht gaben dem Bau die Gerber Architekten aus Dortmund. „Die Gebäude haben eine hohe gestalterische Qualität“, sagt Hoffmann. Sie sind modern, licht, wirken grafisch und dennoch verschlungen. Das Forschungsgebäude der Physik hat einen begrünten Innenhof, auf Höhe des Kellergeschosses. So sorgt er auch dort für Licht. Zwei Etagen des Gebäudes beherbergen Büros, zwei Werkstätten und Labore. In diesen stehen mitunter 800 Kilogramm schwere Tische auf entkoppelten Fundamenten zum Lasern im Zehntel-Mikrometerbereich. 16 Labore sind derart genau temperiert, auf 0,5 Kelvin, „das ist ein Novum. So etwas gibt es sonst nicht“, sagt Werner. Im Lehrgebäude der Physik sind drei Hörsäle, für rund 250 Studenten. Die müssen gerade mitunter bis nach Schutow zum Hörsaal. Die komplexen Bauten für die Naturwissenschaften sind durch Kunst am Bau gestaltet. Im Eingangsbereich der Physik ist ein Paternoster mit humoristischen Szenen abgebildet. Stephen Hawkins wird dort von Émilie du Châtelet umsorgt. Im lichten Treppenhaus von LL&M hängen gläserne Platten. Je nach Lichteinfall und Perspektive ändert die spiegelnde Schicht ihre Farblichkeit. Die Kunst rundet die Millionenprojekte ab. „Es ist die größte Baumaßnahme, die wir gerade haben“, sagt Uwe Sander, Leiter des Bereichs Hochschul- und Klinikbau beim BBL. Nach der Fertigstellung folgen neue Projekte auf dem Südstadt-Campus: Gebäude für Biowissenschaften, Elektrotechnik und der Erweiterungsbau der Chemie, der im Frühjahr 2016 beginnt.

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