Begegnungszentren in Rostock : Mehr Personal für Integration

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Aufgaben der Ehrenamtler durch Zuwanderung von Flüchtlingen gestiegen. Begegnungszentren fordern Unterstützung der Verwaltung.

svz.de von
11. Juni 2016, 05:00 Uhr

Wenn die Aufgabe der Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern künftig stärker von Rostocks Stadtteil- und Begegnungszentren (SBZ) übernommen werden soll, dann müssen diesen auch die entsprechenden Mittel und Kräfte zur Verfügung gestellt werden. Das fordern die Fraktionen Linke, SPD und Grüne in einem gemeinsamen Antrag von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

Der Antrag ist eine Reaktion auf ein Schreiben von Ehrenamtskoordinatorin Dorothea Marckwardt, die sich seit 2008 im SBZ Südstadt/Biestow engagiert. Darin schildert sie die gewachsenen Aufgaben der Integrationsarbeit, seitdem zahlreiche Flüchtlinge und Asylbewerber die Zentren ansteuern. „Bereits seit Längerem bieten wir Migranten Möglichkeiten zur Kommunikation, gemeinsamen Aktivitäten und, um Deutsch zu lernen“, so Marckwardt.

Mit Mitteln aus der Ehrenamtsstiftung konnten dazu Unterrichtsmaterialien angeschafft werden. „Nun zeigt sich aber, dass diese wichtige Arbeit nicht ausschließlich von Ehrenamtlern geleistet werden kann“, sagt sie. Zwar begleite eine Sozialarbeiterin das Angebot, aber ihre Zeit sei knapp bemessen. Man wolle anderen Besuchern nicht den Eindruck vermitteln, weniger Zeit für sie zu haben, weil sich Aktivitäten auf die Arbeit mit Migranten konzentrieren. „Das wäre kontraproduktiv und Gift für alle Integrationsbemühungen“, sagt Marckwardt. Es sei also unerlässlich, das Personal der SBZ aufzustocken.

Mit ihrer Meinung sie nicht allein: „Es gibt viele Bürger, die helfen, sich engagieren wollen, aber wir brauchen dazu die entsprechenden Räume und Mittel“, sagt Jahn Osterloh (UFR/FDP), Leiter des Rostocker Freizeitzentrums (RFZ). „Wir wollen, dass das Problem von der Verwaltung aufgenommen wird“, sagt Eva-Maria Kröger, Vorsitzende der Linksfraktion in der jüngsten Bürgerschaftssitzung. Die Stadt müsse prüfen, ob die gewünschte Integrationsarbeit mit dem jetzigen Personalstand überhaupt machbar sei. „Wir wünschen uns Zustimmung – auch als Zeichen für die Mitarbeiter“, so Kröger.

Die Bürgerschaft hat den Antrag angenommen. Mit einer Änderung: Es sollen nicht nur SBZ betrachtet werden, sondern auch andere Begegnungsstätten und Treffs. Die Stadt muss also prüfen, ob die mehr Unterstützung durch Fachpersonal erhalten müssen. Aber: „Die Aufgabe der Integration darf nicht allein bei den SBZ liegen“, unterstreicht RFZ-Leiter Jahn Osterloh.

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