Girl`s Day : Mehr Mädchen in der Forschung

Sie erforschen Zellkulturen: Medizintechnikerin Kathrin Badstübner (l.) und Biologin Anne Breitrück
Sie erforschen Zellkulturen: Medizintechnikerin Kathrin Badstübner (l.) und Biologin Anne Breitrück

Am Donnerstag ist Girls’ Day: Fraunhofer Institut und viele weitere Einrichtungen in Rostock laden Schülerinnen ein.

svz.de von
21. April 2015, 14:00 Uhr

Wie wird frau Wissenschaftlerin? Um diese Frage wird es beim Girls‘ Day am Donnerstag im Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) gehen. „Dieses Jahr bieten wir erstmalig jungen Schülerinnen die Möglichkeit, unsere Arbeiten während des Girls‘ Day kennenzulernen“, sagt Dr. Miriam Mann, IZI-Projektmanagerin Extrakorporale Immunmodulation.

Fünf junge Frauen haben sich für den Tag am IZI mit seinen etwa 60 Prozent Mitarbeiterinnen angemeldet – zwei davon aus Rostock. Die Freundinnen Amy Pentzien (15) und Svenja Wiese (16) vom Gymnasium Reutershagen beschreiben ihre Erwartung so: „Wir möchten mehr über die biomedizinische Arbeit im Labor erfahren und aktiv mitmachen.“ Durch Wissenschaft und Forschung könne viel erreicht werden, meint Pentzien. „Der Reiz an der Forschung ist es, immer wieder Neues zu finden und exakt zu überprüfen“, so die Zehntklässlerin, die sich in ihrer Freizeit mit mathematischen Zusammenhängen beschäftigt. Wiese hingegen hat sich bereits mit dem Thema Drogen im Fach Biologie auseinandergesetzt.

Das IZI bereitet sich seit Tagen auf die potenziellen Nachwuchsforscherinnen vor. „Wir bieten acht Stationen an, damit die Mädchen eine Vorstellung von unserer Arbeit bekommen“, sagt Kathrin Badstübner, medizintechnische Entwicklungsingenieurin. Losgehen soll es mit einer theoretischen Einführung zum Thema Blutreinigungsverfahren. Es folgt die Heranführung an klinisch-chemische Analysen zu Bestimmung bestimmter Stoffe im Blut sowie die schützende Funktion von weißen Blutzellen. Auch um Eiweiße soll es gehen: „Denn an Albumin, größter Bestandteil der Eiweiße im Blut, binden viele Giftstoffe“, erklärt die 34-Jährige. Deshalb seien sie auch so interessant bei der Erforschung von Blutreinigungsverfahren.

Nach der Erforschung von Tonmineralien bei Darmerkrankungen, dem praktischen Arbeiten mit Zellkulturen sowie dem Experiment am technischen Versuchsaufbau ist eine abschließende Fragerunde mit den Wissenschaftlerinnen des Instituts geplant. „Da soll es darum gehen, welche Wege gegangen werden müssen, um Wissenschaftlerin zu werden“, so die gebürtige Sächsin. Schließlich lautet ein Ziel des Fraunhofer Instituts: „Mehr Frauen in die angewandte Forschung“. „Im nächsten Jahr sind wir beim Girls‘ Day auf jeden Fall wieder dabei“, ergänzt Susanne Mittelmeier, IZI-Assistenz der Projektgruppenleitung.


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