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20. November 2017 | 16:43 Uhr

Mehr Freiheiten für das Ja-Wort

vom

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erstellt am 13.Jan.2011 | 11:07 Uhr

Rostock | Das Standesamt erfüllt Paaren ihren Traum: Per Gesetz sind Eheschließungen jetzt außerhalb der Trauungsräume des Amtes möglich. Das sagt Silvia Jühlke, Leiterin des Rostocker Standesamtes. Paare könnten sich somit in Hotels und Gaststätten das Ja-Wort geben. "Wir sind gerade auf der Suche nach neuen Modalitäten, wo Ehen künftig geschlossen werden können."

Finanzsenator Georg Scholze (CDU) unterstützt die Idee und setzt sich Absprache mit Jühlke für Hochzeiten außerhalb des Standesamtes ein. "Die Hotels und Gaststätten, die sich als Orte für Hochzeiten registrieren lassen wollen, können sich ab sofort im Standesamt bei uns melden", so die Amtsleiterin. Jühlke klärt dann mit den interessierten Einrichtungen, inwiefern die Trauungen besiegelt werden können.

Hotels müssen Privatsphäre bieten

"Dabei müssen viele Dinge berücksichtig werden", sagt sie. Ein Trauungsraum müsse beispielsweise einen feierlichen Charakter mitbringen und eine gewisse Privatsphäre bieten. Ebenso sollte es möglich sein, die Amtsunterlagen wegzuschliessen und dass der bestellte Standesbeamte Platz hat, sich vorbereiten zu können. Sollten die Voraussetzungen stimmen, sind Hochzeiten an ausgewählten Freitagen und Sonnabenden möglich, so Jühlke: "Alle Wunschtermine werden wir sicherlich nicht erfüllen können, aber wir arbeiten noch an einem erweiterten Angebot."

Viele Paare wünschten sich in den vergangenen Jahren Alternativen zu den bisherigen Orten. "Immer häufiger kommen sie ohne Verwandtschaft und Freunde auf das Standesamt, um ganz allein die Ehe zu schließen und erst später Hochzeit zu feiern", so Jühlke. Mit den neuen Orten für Eheschließungen bekämen die Verliebten die Gelegenheit den rechtlichen Akt in den feierlichen einzubinden.

Für den Hotel und Gaststättenverband MV (Dehoga) ergeben sich durch die Regelung völlig neue Möglichkeiten. "Es ist eine Bereicherung für die Hotellerie, gerade Einrichtungen mit einer exponierten Lage können davon profitieren", sagt Matthias Dettmann vom Dehoga Regionalbüro Rostock. Hotels könnten dadurch einen zusätzlichen Gästekreis erschließen und Paare mit deren Gesellschaft vom Ja-Wort bis zur Feier und Hochzeitsnacht im Haus behalten, so Dettmann.

Bisher konnte der Bund fürs Leben an drei Sonnabenden im Monat im Standesamt und an ausgewählten Freitagen in der Warnemünder Vogtei geschlossen werden. Außerdem waren und sind weiterhin die Yachthafen Residenz Hohe Düne und die Georg Büchner für Eheschließungen möglich. Der Ringtausch auf dem Warnemünder Leuchtturm wird auch weiterhin ein Wunschtraum für viele Paare bleiben. Sie können dort aber ihren Schwur erneuern.

Auf dem Schiff heiraten

Nur auf der "Georg Büchner" und in Yachthafenresidenz ist es bereits seit Längerem möglich, den Bund fürs Leben zu schließen. "In unserer Residenz haben wir einen speziellen Raum eingerichtet," sagt Ute Thiele Sprecherin der Residenz. An ausgewählten Freitagen können sich die Paare in Hohe Düne trauen lassen. Positiv überrascht von der neuen Regelung ist Christine Buchta, zweite Direktorin vom Hotel Hübner, wo Eheleute bisher nur die Feier und Hochzeitsnacht verbringen konnten. "Ich finde es toll, wenn das möglich ist, die Regeln für Eheschließungen sind streng" sagt Buchta.

Mit einem erweiterten Angebot hofft sie, den Gästen ihre Wünsche mit einem speziellen Hochzeitsarrangement zu erfüllen. "Sie möchten schließlich die Romantik in unserem Hause genießen", so Buchta. Damit alles glatt geht, wird sie künftig alle Feinheiten mit dem Standesamt abstimmen.


IN ZAHLEN: Eheschließungen

An drei Sonnabenden im Monat werden Trauungen im Rostocker Standesamt geschlossen. 900 Paare haben im vergangenen Jahr das Kerkhoffhaus als Eheleute verlassen. 2009 waren es noch 965 Brautpaare, obwohl zu der Zeit die Hochzeit an jedem Sonnabend möglich war. „Wir hoffen mit dem erweiterten Angebot, dass sich mehr Menschen für eine Hochzeit entscheiden“, sagt Silvia Jühlke, Leiterin des Standesamtes. In den Vorjahren sind die Zahlen der Eheschließungen fast konstant gestiegen. 2008 heirateten 900 Paare. Das Jahr zuvor waren es 760 Brautleute. Insgesamt zehn Standesbeamte sind befugt, Trauungen in Rostock und Warnemünde zu besiegeln.

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