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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. August 2017 | 06:51 Uhr

Mehr Anreize für Landärzte

vom

Berlin | Auch Patienten auf dem Land sollen ohne lange Wege zum Hausarzt gehen können. Für eine solche wohnortnahe medizinische Versorgung soll ein Gesetz sorgen, das der Bundestag gestern beschloss. Die als "Landarztgesetz" bezeichneten Neuregelung bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) warb für das Ziel einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung. Das Problem lasse sich nur mit den Ärzten und nicht gegen sie lösen. Mit dem Gesetz erhalte jeder auch in Zukunft die notwendige medizinische Behandlung - bei freier Arzt- und Krankenhauswahl.

Das neue Versorgungsstrukturgesetz enthält einen ganzen Katalog von Maßnahmen. Die wichtigsten im Überblick:

- Der finanzielle Anreiz für Landärzte soll erhöht werden: Sie sollen mehr verdienen dürfen als ihre Kollegen in Großstädten. Dafür sind 200 Millionen Euro vorgesehen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) sollen zudem aus einem gemeinsam mit den Kassen finanzierten Strukturfonds die Niederlassung von Medizinern in unterversorgten Regionen finanziell unterstützen können. Landärzte werden von Regressforderungen ausgenommen, wenn sie ihr Behandlungsbudget überschreiten.

- Ärzte sollen Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können. Sie müssen künftig nicht mehr dort wohnen, wo sie praktizieren. Ärztinnen können sich nach einer Geburt statt sechs künftig zwölf Monate vertreten lassen. Zur Entlastung der Hausärzte sollen die Krankenhäuser vermehrt in Notfalldienste einbezogen werden.

- Die Überversorgung in Großstädten soll abgebaut werden. Dazu können die KV Arztsitze aufkaufen und so"vom Markt nehmen". Auch soll die ärztliche Bedarfsplanung stärker auf die örtlichen Gegebenheiten ausgerichtet werden.

- Schrittweise eingeführt werden soll eine ambulante spezialärztliche Versorgung. Die Möglichkeiten von Kliniken sollen erweitert werden, um schwerkranke Patienten - auch ambulant zu behandeln.

- Wenn sich überhaupt kein niederlassungsbereiter Arzt für eine Region findet, sind auch Praxen auf Rädern möglich. Sie könnten unter Regie der Kommunen nach festem Fahrplan die Dörfer abfahren. Bestimmte ärztliche Tätigkeiten sollen auch Schwestern oder Pfleger übernehmen.

- Wer dringend einen Arzt braucht, soll ihn künftig schneller über die bundeseinheitliche Notdienst-Nummer 116 117 finden.

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erstellt am 01.Dez.2011 | 06:58 Uhr

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