Anti-Islam-Zug in Rostock : Mehr als 500 Teilnehmer bei AfD-Demonstration

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Hunderte Menschen demonstrieren in Rostock gegen eine Demonstration der AfD. Dabei kommt es immer wieder zu teils turbulenten Szenen.

svz.de von
12. März 2018, 20:36 Uhr

Mehrere Hundert Anhänger der AfD haben am Montagabend in Rostock gegen eine vermeintliche Islamisierung des Stadtteils Evershagen demonstriert. Nach Polizeiangaben versammelten sich dort rund 500 Anhänger der Partei - und rund 900 Gegendemonstranten, die lautstark ihren Protest gegen die AfD äußerten. Das Motto mehrerer Gegenkundgebungen lautete „Rostock für alle“. Die Polizei war mit starken Kräften vor Ort, darunter auch zwei Wasserwerfer, um gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern.

Die AfD protestierte auch dagegen, dass ein Gebäude in dem Stadtteil als muslimischer Gebetsraum genutzt wird. Allerdings sei diese Nutzung schon lange nicht mehr in Planung, sagte ein Stadtsprecher.

Dennoch sagte ein Redner auf der Demonstration: „Wir marschieren, bevor der erste Stein gesetzt wird.“ Der AfD-Marsch hatte sich erst mit rund 45 Minuten Verspätung in Bewegung gesetzt. Unter den Demonstranten waren Beobachtern zufolge auch mehrere Anhänger der rechtsextremen Identitären Bewegung. Immer wieder skandierten zahlreiche Teilnehmer „Widerstand, Widerstand“.

Vereinzelt war auch der von NPD-Demonstrationen bekannte Ruf „Nationaler Sozialismus jetzt!“ zu hören.

Auf einer Zwischenkundgebung an der St. Thomas-Morus-Kirche sprach der AfD-Landtagsabgeordnete Ralph Weber, der zum nationalistischen Flügel der Partei gezählt wird. Der Islam bedeute Unterwerfung, was man niemals zulassen werde, sagte er. „Wir sind das deutsche Volk, das sich nicht unterkriegen lässt.“ Bevor er 2016 in den Landtag einzog, war er Jura-Professor an der Universität Greifswald. „Geht aufrecht, seid deutsch, sprecht und denkt deutsch und tragt dieses Deutschsein stolz nach außen.“ Zahlreiche Häuserlücken und Durchgänge in dem verwinkelten Neubau-Viertel Evershagen waren von Polizisten versperrt worden.

Trotzdem entstanden immer wieder turbulente Szenen, als es Gruppen von Gegendemonstranten gelang, direkt an die AfD-Demonstration heran zu kommen. Sie skandierten Parolen wie „Ganz Rostock hasst die AfD“ und „Nazis raus“. Teilweise wurden sie von Beamten mit Hunden gestoppt. Die AfD kündigte eine weitere Demonstration für den 9. April an.

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