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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 10:35 Uhr

Rostock : „Medizinmann Falk“ bittet zum Zumba

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Personal Trainer Fanselow versteht sich als Körperertüchtigungs-, nicht als Sport-Anbieter / Immer mittwochs geht es im Zwischenbau in der Südstadt richtig ab

von
erstellt am 02.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Er sei, da sind sich seine „Mädels“ einig, „ein totaler Kunde“: Immer gut drauf, habe eine super Kondition und eine positive Ausstrahlung, reiße mit und bereite gute Laune. Einmal die Woche bittet der so gepriesene Falk Fanselow im Zwischenbau in der Rostocker Südstadt – im Sommer am Strand – zum Zumba. Und dann… geht es richtig ab.

„Nur die Harten kommen in den Garten“, begrüßt der „Ballettmeister“ die erschienenen Damen, „aber wie immer fangen wir ganz locker und flockig an.“ Und schon inspirieren heiße Rhythmen aus Kuba und von den Kapverden, Azonto aus Ghana, Samba, Hip-Hop-, Electro- und Jazzmusik zur Bewegung: eine Stunde praktisch pausenloses Ganzkörpertraining, in der der ehemalige „Medizin nach Noten“-Vorturner während der maxisingle-langen Stücke pantomimisch anzeigt, wo es lang geht. Dies offenbar völlig unbeschwert, wie einer, der nie ins Schwitzen kommt, dabei ein ständiges Strahlen im Gesicht, das bei dem Mann mit dem Bürstenschnitt keineswegs künstlich daherkommt.


Jedesmal wieder ein kleines Event


„Ich habe jahrelang hartes Krafttraining gemacht und getanzt. Außerdem ist das eine Arbeit, die ich gern mache und die mir Spaß bereitet“, erklärt Fanselow und führt aus: „Zumba hat den Charakter, jedesmal wieder ein kleines Event zu sein. Deshalb habe ich mir auch extra den Zwischenbau ausgesucht für so ’ne lustige Angelegenheit, weg vom Schwingparkett und von der Spiegelwand und von ’ner supercleanen Atmosphäre. Zumal man danach beim Tischtennis oder auch an der Bar den Abend locker ausklingen lassen kann.“

Da steht er nun jeden Mittwoch von 19 bis 20 Uhr für ein Türgeld von sechs Euro pro Nase (Studenten vier) in seinen FiveFingers-Zehenschuhen auf der Bühne. Bewegt sich ästhetisch – geschmeidig und dennoch kraftvoll. Hat mit magischer Präsenz die volle Aufmerksamkeit seiner Schützlinge (wo bleibt eigentlich die männliche „Kundschaft“?). Und betreibt Eigenwerbung. „Ja, das ist einer der Vorteile bei mir: keine Vertragsbindung. Vorher mache ich von 17.45 bis 18.45 Uhr (für acht bzw. fünf Euro – d. Red.) immer schon einen Kurs ,Kraft und Figur’. Beides zusammen und von der Reihenfolge her ist optimal: erst die Kräftigung, dann die Ausdauer. Das herkömmliche Training konzentriert sich oft auf Kraft und Gelenkigkeit, legt aber viel zu wenig Wert auf Figur, Haltung, Ausstrahlung, Körpersprache. Dabei sieht das doch einfach besser aus, wenn du dich aufrichtest, da kommst du doch viel mehr zur Geltung. Und das ist ein Effekt des Zumba. Das ich übrigens schon vor 15 Jahren in Hamburg gegeben habe unter der Bezeichnung ,Salsa-Aerobic’. Das ist zwar nicht so populär geworden, aber eigentlich das Gleiche“, versichert der Vater zweier erwachsener Kinder.


Körperertüchtigungs-, nicht Sport-Anbieter


Der Sachse und inzwischen seit sechs Jahren Wahl-Rostocker versteht sich im Übrigen als Körperertüchtigungs-, nicht als Sport-Anbieter, und der Spaß, so irritiert er, stehe auch nicht im Vordergrund. Fanselow erläutert, wie er das meint: „Viele Sportarten beinhalten gesundheitliche Risiken durch eine verhältnismäßig hohe Verletzungsgefahr, die durch Leistungsdruck, einseitige Bewegungsabläufe sowie den Einsatz von Geräten wie Skiern, Boards, Rädern usw. hervorgerufen wird.“ Was den Spaß betrifft, den habe er abends beim Biertrinken und Skatspielen, sagt er augenzwinkernd. Und fügt ernsthaft hinzu: „Der Spaß am Sport kommt, wenn sich Figur, Haltung und Leistungsfähigkeit verbessern. Aber am Anfang steht harte Arbeit.“

Es sei nicht von Bedeutung, DASS man etwas tut, sondern WAS man tut, so laute seine Philosophie. Darum Zumba. „Damit kann man nichts falsch machen. Da springt die südliche Lebensfreude auf einen über, selbst wenn man das erste Mal herkommt. Zumba deckt alles ab, ist damit eine super Grundlage, um bis ins hohe Alter fit zu bleiben, und man verbrennt obendrein nicht zu knapp Kalorien“, versichert „Medizinmann Falk“, wie er sich selbst bezeichnet.

Es ist weiß Gott kein Zufall, dass Fanselow so ein bisschen mit seiner „Medizin nach Noten“-Vergangenheit kokettiert. Denn Zumba ist doch irgendwo nichts anderes als – Medizin nach Noten. Überzeugen Sie sich am besten selbst: Am 7. Januar geht es wieder los!

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