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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 18:16 Uhr

Mediziner warten auf Durchbruch

vom

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 07:11 Uhr

Rostock | Die Stammzelltherapie ist noch weit von einem standardisierten Patienteneinsatz entfernt. In den vergangenen zwei Dekaden konnten zwar auf dem Gebiet der Forschung wichtige Impulse gesetzt werden. Zu einer Umsetzung im Bereich klinischer Studien kam es aber bislang noch nicht. Lediglich die Anwendung der Ergebnisse an Tiermodellen sei bereits fortgeschritten.

Herzspezialist Professor Gustav Steinhoff von der Universitätsmedizin Rostock leitet derzeit ein Projekt, bei dem Patienten nach einem Herzinfarkt körpereigene Stammzellen in den Herzmuskel injiziert bekommen. Im letzten Jahrzehnt haben er und sein Team mehr als 200 Betroffene betreut. Damit gehört die Rostocker Forschungsgruppe zur weltweiten Spitze.

Dass große Hoffnung in das Gebiet der Stammzellentherapie und der Gewebezüchtung gelegt werden, zeigt das internationale Forschungsinteresse. 2012 erhielten John Gurdon und Shinya Yamanaka den Medizin-Nobelpreis für ihre Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Reprogrammierung von Stammzellen. Die Wissenschaftler haben bewiesen, dass gereifte Körperzellen in einen unreifen Zustand zurückverwandelt werden können. Das Problem: Die Komplexität der Anwendung. "Dabei geht es um die Erforschung der Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit unterschiedlicher Stammzellen", sagt Steinhoff. "Wir stellen uns komplexen Fragen: Wie kann das Gewebe zum Wachstum gebracht werden? Wann und mit welchen Techniken können die Therapien angewandt werden? Auch das Identifizieren von Heilungsprozessen ist unsere Aufgabe."

Eine Behandlung mit embryonalen Stammzellen ist in Fällen der Blindheit bereits gelungen. Die Therapie ist ethisch umstritten und deshalb in Deutschland verboten.

Am 6. und 7. September tagt die Deutsche Gesellschaft für Stammzellforschung zu dem Thema in Rostock. Dann kommen Experten aus den USA, Russland, Brasilien, Rumänien, Deutschland und Italien.

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