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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 10:10 Uhr

Rostock : Medizin-Mythen auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Uniklinik bereitet mit „Heile, heile Gänschen“ eine Ausstellung für Familien in der Societät vor. Eröffnung ist am 30. August

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Macht zu viel Fernsehen eckige Augen? Und wächst wirklich ein Baum im Bauch, wenn ein Kirschkern verschluckt wird? Seit Generationen halten sich Medizin-Mythen, die von Eltern schnell erzählt und vom Nachwuchs gern geglaubt werden. Die neueste Ausstellung der Universitätsmedizin Rostock will damit aufräumen. In der Societät, dem ehemaligen Schifffahrtsmuseum in der August-Bebel-Straße 1, laufen aktuell die Aufbauarbeiten für die Schau „Heile, heile Gänschen“, die am 30. August eröffnet wird.

„Nach zwei Ausstellungen – eine mit historischen Bildern, die andere mit alten Geräten – wollten wir diesmal bewusst ein Angebot für Familien schaffen“, sagt Kerstin Beckmann, Sprecherin der Universitätsmedizin, von der die Idee zur Schau stammt.

Der Aufbau gleicht einem echten Krankenhaus. Auf den Wartebereich mit Kinderspielecke folgt das Patientenzimmer, wo gerade eine Untersuchung stattfindet. Schaufensterpuppen dienen als Ärzte, Pfleger und Patienten. Auch ein Operationssaal, ein Labor und ein Apotheken-Bereich werden vor Ort Platz finden. Und das Anfassen ist durchaus erlaubt.

„Die Ausstellung ist interaktiv, es gibt vieles, was ausprobiert werden kann – direkt vor Ort zum Beispiel Alkohol-Brillen für den simulierten Rausch, zum Mitnehmen für zuhause gibt es in der Zahnmedizin-Ecke außerdem einen Plaquetest. Beim Cola-Experiment können die Besucher raten, was das zuckerhaltige Getränk mit Fleisch, Gemüse und rostigen Nägeln macht, wenn man diese Dinge darin einlegt“, sagt Kerstin Beckmann, die bei der Umsetzung ihrer Ausstellungskonzeption natürlich auch auf die medizinischen Experten aus ihrem Haus zählen konnte.

So haben die Frauen und Männer, die als Doktoren und Professoren tagtäglich mit Patienten zu tun haben, als Models posiert, um auf Schautafeln den Wahrheitsgehalt von Medizin-Mythen aufzudecken. „Da unsere Zielgruppe die ganze Familie ist, achten wir auch auf Details. Wie die Verständlichkeit der Fachbegriffe – da wird der Gastroenterologe eben zum Magen-Darm-Arzt“, so die Sprecherin. Ziel der Schau sei es, aufzuklären, Forschergeist zu wecken, mögliche Ängste zu nehmen und „die Medizin aus dem Elfenbeinturm zu holen“.

Doch nicht nur Kinder können in der Ausstellung etwas lernen, auch Jugendliche und Erwachsene werden an so manchen Stationen staunen. So wird es einen Bereich mit echten Präparaten aus der Pathologie und Anatomie sowie Nachbildungen geben. „Wir zeigen dort zum Beispiel auch eine Raucherlunge, um die gesundheitsschädlichen Folgen des Tabakkonsums direkt sichtbar zu machen“, sagt Kerstin Beckmann.

Wenn neben dem Spaß und dem Lerneffekt so auch ein bisschen Prävention eintrete, sei das Ziel der neuen Ausstellung erreicht.

Zahlen und Fakten

• Die Ausstellung „Heile, heile Gänschen" eröffnet am 30. August in der Societät Rostock maritim im ehemaligen Schifffahrtsmuseum, August-Bebel-Straße 1.

• Sie ist bis Mitte Januar 2018 zu sehen, immer dienstags bis sonntags, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

• Ein Rahmenprogramm mit Führungen und Vorträgen ist in Vorbereitung.

• Die beiden bisherigen Ausstellungen zur Historie der Unimedizin in der Societät erreichten jeweils gut 5000 Besucher.

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