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MediClin-Krankenhaus Plau am See : Medizin für die Welt

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Das im MediClin-Krankenhaus entwickelte Verfahren zur Operation von Bandscheibenvorfällen liegt nun zur weltweiten Präsentation vor. Das Verfahren wurde bereits bei 220 Patienten erfolgreich angewandt.

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erstellt am 08.Dez.2011 | 10:26 Uhr

Plau am See | Seine Erfahrungen hat er durch rund 10 000 selbst ausgeführte Operationen in den sensibelsten Bereichen des menschlichen Körpers gesammelt, ständig erweitert durch den Austausch mit Fachleuten seines Bereiches auf der ganzen Erde - erst jüngst in China. Die Aufzählung aller zudem bestehenden Mitgliedschaften in größtenteils medizinischen, Arbeit mit sich bringenden Vereinigungen (darunter die als Vorsitzender der Weiterbildungskommission für Neurochirurgie der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern) würde rund die Hälfte der ersten Spalte dieses Artikels bedeuten: Prof. Dr. Erich Donauer, Ärztlicher Direktor des Klinikums Plau am See, seit 2007 Ärztlicher Regionaldirektor Nord und ebenfalls im Aufsichtsrat der MediClin AG, medizinisch verantwortlich für insgesamt 1300 Angestellte.

In Plau am See steht kein durchschnittliches Krankenhaus, das "nur" die Grundversorgung sichert. Besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Neurochirurgie. "Wir haben die Möglichkeit, alle weltweit gängigen Methoden und Therapien in diesem Bereich anzuwenden", sagt Prof. Donauer. "Das liegt auch darin begründet, dass man beim Bau 1995 gezielt planen und umsetzen konnte. Heute sichern wir eine zügige Versorgung und Überwachung durch modernste Ausstattung sowie lebenswichtig kurze Wege. Unsere Frührehabilitation hatte schon 1997 deutschlandweit Modellcharakter. Ich kann selbstbewusst sagen: Wir stehen Uni-Kliniken in nichts nach, was sowohl Schwierigkeitsgrade als auch Zahlen betrifft."

Wegen der Spezialisierung auf die Bereiche Gehirn, Rückenmark und Wirbelsäule kommen mittlerweile Patienten aus ganz Deutschland nach Plau am See. Eine der anspruchsvollsten Operationen ist die Entfernung von Tumoren am Hörnerv vom Austritt am Gehirnstamm bis zum inneren Gehörgang. "Besondere Schwierigkeit ist hier die Maßgabe, nicht nur den Tumor zu beseitigen, sondern vor allem auch den Gesichts- und Hör-nerven zu erhalten, weil sonst Entstellungen vorprogrammiert sind", sagt Prof. Donauer, in dem unter Umständen auch schon bei von Patienten beschriebenen, aber noch auszuhaltenden Schmerzen im Gesicht Alarmglocken schrillen. Grund dafür könne nämlich sein, dass Blutgefäße am Hirnstamm auf den Nerven drücken.

Nur zwei Beispiele, in jedem Fall höchstkomplizierte Arbeit auf engstem Raum: "Der Standard muss hoch sein. In allen Schritten stelle ich die Qualität unserer Arbeit mit dem uns anvertrauten Menschen vor alles andere und springe deshalb zum Beispiel nicht auf jedes neue, als Lösung aller Probleme propagierte Pferd. Zu ernst genommener Verantwortung gehört, nur Methoden und Techniken zu verwenden, die sich als sicher erwiesen haben."

In Plau sei eine umfangreiche Nachkontrolle Standard. Prof. Donauer habe sich deutschlandweit für die postoperative, wegen ihrer Genauigkeit kernspintomographische Kontrolle bei weiter bestehenden Beschwerden eingesetzt. Er scheiterte jedoch, weil dies laut Gegenseite zu aufwändig sei. "Wenn jemand nach dem Eingriff noch große Beschwerden hat, darf man ihn nicht mit Schmerzmitteln vertrösten", so der Mediziner. "Sehr sorgfältig sollte ein Arzt aber schon den Grund für eine Operation prüfen. Es gibt die Tendenz in Deutschland, zuviel zu operieren." Bei Abnutzung der Wirbelsäule zum Beispiel gelte es, sie nach Möglichkeit nicht zu versteifen, sondern nur kleine Eingriffe vorzunehmen.

Für seitliche Bandscheibenvorfälle etwa hat Prof. Donauer zusammen mit seinem Oberarzt Dr. Suhail Nazir ein gelenkerhaltendes Verfahren entwickelt, das bereits bei 220 Patienten erfolgreich angewandt wurde. Jetzt steht die weltweite Präsentation an, der amerikanischen Gesellschaft für Neurochirurgie liegt die Entwicklung bereits vor.

Dass ihn die "Europäische Akademie für Nervenverletzungen" in diesem Jahr von sich aus als neues Mitglied ausgewählt hat, empfindet der Ärztliche Direktor als "Anerkennung", die ihn besonders freut. Hinzu kommt die Auszeichnung als Führender Mediziner 2011 in Norddeutschland durch die Kommission "Leading Medicine". Er selbst stellt etwas anderes in den Vordergrund: "Ein Patient begegnet nicht nur dem Arzt, sondern hat vor allem auch mit den Krankenschwestern und Therapeuten zu tun. Er darf sich nie allein fühlen, was nur mit einem motivierten Team in diesem Haus funktioniert."

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