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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 06:21 Uhr

Durch die Leitung : Medikamente kommen per Rohrpost

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Universitätsmedizin nimmt Anlage in Betrieb – sie verfügt über Deutschlands erste Spülmaschine für Büchsen.

Ein Ploppen und schon ist es da. In der Universitätsmedizin ist jetzt die hauseigene Rohrpostanlage in Betrieb genommen worden. Auf diesem Weg gelangen wichtige Medikamente auf die Stationen. Das Gerät, in dem die Arznei zum Beispiel in der Kinder- und Jugendklinik ankommt, sieht ein bisschen aus wie ein Getränkeautomat. Hier landen die etwa 30 Zentimeter großen, durchsichtigen Büchsen mit der benötigten Fracht, die von der Apotheke der Unimedizin aus auf die Reise geschickt wurden.

Über ein rund 3500 Meter langes Rohrsystem werden neben Medikamenten auch Labor-, Blut- und Gewebeproben transportiert. Dieses verbindet die einzelnen Gebäude auf dem Campus Schillingallee miteinander, darunter die Apotheke, einzelne Institute und zahlreiche Stationen. „Das Ganze geschieht dank Pressluft in Sekundenschnelle“, erzählt Ralf Breetzmann, Techniker in der Unimedizin. „Eine normale Probe legt fünf Meter pro Sekunde zurück. Manche Stoffe dürfen nicht ganz so schnell durch die Rohre geschossen werden; die sind etwa halb so rasant unterwegs.“

Gerade im Intensivbereich muss den Patienten mehrmals täglich Blut abgenommen werden, um so ihren Allgemeinzustand zu überprüfen. Diese werden dann sicher verpackt ins Institut für klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin geschossen, wo die Probe untersucht wird. Der Befund wird dann ber Fax übermittelt. „Bisher wurde der Transport von unseren Blutläufern übernommen“, so Breetzmann. Diese legten am Tag bis zu 15 Kilometer zurück.

Nachdem die Büchse ihren Inhalt an seinen Bestimmungsort geliefert hat, kehrt sie automatisch zu ihrer Heimatadresse zurück. Dafür muss einfach wieder in die Röhre gesteckt werden. Hat die Kapsel 200 Fahrten hinter sich, wird es Zeit für eine Dusche. „Dann werden die Dosen automatisch aus dem Verkehr gezogen und zu uns ins Ver- und Entsorgungszentrum umgeleitet“, so Techniker Breetzmann. Hier befindet sich eine hochmoderne Waschmaschine, in denen sie gereinigt werden. Diese ist einmalig an deutschen Kliniken.

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