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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 06:25 Uhr

Karten : Mecklenburg im Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Im Kloster zum Heiligen Kreuz zeichnen historische Karten die Entwicklung des Landesteils zwischen 1600 und 1800 nach.

Gleich zum Auftakt stehen Besucher der neuen Sonderausstellung „Prächtig vermessen. Mecklenburg auf Karten 1600 bis 1800“ im Kulturhistorischen Museum der ältesten im original erhaltenen topografischen Darstellung von Mecklenburg gegenüber. Tilemann Stella fertigte sie 1576 an. Ab Freitag, 6. Februar, und bis zum 17. Mai verschafft sie den Museumsgästen zusammen mit zahlreichen anderen Karten Einblicke in die Geschichte des Landesteils.

Zu sehen ist beispielsweise auch die 1622 geschaffene und das Bild Mecklenburgs rund 150 Jahre prägende Karte des Rostockers Johann Lauremberg. Die bedeutenden Kartografen Gerhard Mercator, Willem Blaeu und Johannes Janssonius sind ebenso mit herausragenden Beispielen vertreten wie andere deutsche, niederländische, französische und italienische Karten des 17. und 18. Jahrhunderts.

„Die Ausstellungsstücke zeigen das Land in seiner historischen Gestalt“, sagt Museumschef Dr. Steffen Stuth. Auch würden sie die Vorstellungen der Menschen über Lage, Ausdehnung und Gestalt von Gebieten und Landschaftsräumen widerspiegeln und die Zunahme des geografischen Wissens verdeutlichen. Bis heute faszinieren sie wegen ihres Alters, des oft aufwändigen Druckes, wegen ihrer Seltenheit und der Schönheit der Darstellungen und Dekorationen. Nicht nur als Zeugnisse der Entwicklung von Vermessung und Kartografie, des Status von Wissenschaft und Technik, sondern auch als Denkmäler der Landes- und Regionalgeschichte werden sie von Wissenschaftlern und privaten Sammlern hoch geschätzt. Erstmals sind sie nun auch Laien in dieser Breite zugänglich.

Die Ausstellung vereint insgesamt 100 Objekte, darunter historische Landkarten, Vermessungsinstrumente, Bücher und Funktionsmodelle von Messinstrumenten. Lehrbücher der zurückliegenden Jahrhunderte zur Geometrie und Landvermessung und originale Instrumente aus dem 17. und 18. Jahrhundert schlagen den Bogen in eine dynamische Zeit technischer Innovationen, in der sich die Methoden der Landvermessung, der Genauigkeitsanspruch und mit ihnen die benutzten Instrumente weitreichend veränderten.

Ein weiterer Höhepunkt sind die beiden opulenten Kartenwerke der Herzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz des Grafen Friedrich Wilhelm Karl von Schmettau aus den 1780er-Jahren. Sie stehen in wandfüllender Größe am Ende der Ausstellung. „Historische Landkarten sind immer auch Dokumente der Geschichte“, sagt Stuth. Die gezeigten Stücke vermittelten daher auch einen Abriss der Landesgeschichte Mecklenburgs unter dem Gesichtspunkt seiner territorialen Entwicklung.


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