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24. November 2017 | 12:33 Uhr

Max-Samuel-Haus erfährt große Unterstützung

vom

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2013 | 08:38 Uhr

Rostock | Die Probleme des Max-Samuel-Hauses haben bei vielen Rostockern Sympathien hervorgerufen. Mit Unverständnis reagieren sie auf die Kürzungsabsichten des Kultusministeriums, die so weit gehen, dass die Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur um ihre Existenz fürchten muss. "Das ist völlig unverhältnismäßig", sagt Prof. Dieter Neßelmann, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Rostocker Bürgerschaft und Vorsitzender des Stiftungskuratoriums des Max-Samuel-Hauses. "So kann man mit einer solchen Einrichtung nicht umgehen."

Denn dass das Max-Samuel-Haus einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Rechtsextremismus und zur Aufklärung über den Holocaust leistet, ist unbestritten. Viele Lehrer in Rostock und der Umgebung nutzen das Know-how der wissenschaftlichen Mitarbeiter Frank Schröder und Steffi Katschke. So beispielsweise Petra Klawitter. Sie ist Lehrerin für Sport und Geschichte an der Europaschule in Rövershagen. "Es wäre ein enormer Verlust", sagt die Pädagogin. Schon häufig hat sie gemeinsam mit den Mitarbeitern des Max-Samuel-Hauses Projekte für ihre Schüler gestaltet. So erstellten die Jugendlichen beispielsweise eine Ausstellung oder kamen mit Zeitzeugen ins Gespräch. "Davon sind die Schüler immer tief beeindruckt - mehr, als wenn sie darüber lesen oder einen Film dazu anschauen würden", sagt Klawitter. Gerade ist sie dabei, ein neues Projekt zum Thema "Verfolgte des Nazi-Regimes" zu erarbeiten, auch dieses Mal in Kooperation mit dem Max-Samuel-Haus.

Dr. Hella Ehlers ist bis Anfang dieses Jahres Literaturwissenschaftlerin am Institut für Germanistik der Universität Rostock gewesen. Ein Schwerpunkt während ihrer nahezu 20-jährigen Forschung und Lehre in Rostock sind "Probleme der deutsch-jüdischen Literatur". Vielen Studenten, darunter angehende Lehrer, hat sie so die jüdische Kultur bereits nahegebracht. Und dabei habe sie ausgezeichnet mit dem Max-Samuel-Haus zusammengearbeitet, sagt Ehlers: "Ich messe der Arbeit der Mitarbeiter eine besondere Bedeutung für die Vertiefung der universitären Ausbildung in diesem Bereich zu." So wurden Lehrveranstaltungen und Kolloquien im Max-Samuel-Haus abgehalten, die Spezial-Bibliothek und Publikationen des Hauses werden für die Studienarbeit genutzt. Dies habe zur "Verlebendigung von Geschichte" beigetragen: "Die Vermittlung fundierten Geschichtswissens gepaart mit Engagement und Begeisterungsfähigkeit findet bei den Studenten Aufmerksamkeit und regt zu weiterer Beschäftigung an", sagt Ehlers. Als Mitglied im Kulturförderverein Schwaan hat sie mit Unterstützung des Max-Samuel-Hauses ein Zeitzeugengespräch an der Schwaaner Regionalschule organisiert. "Das Haus muss weiter bestehen, die Aufklärungsarbeit der Mitarbeiter ist unverzichtbar für Rostock und darüber hinaus und muss auf Planungssicherheit gegründet sein", so die Literaturwissenschaftlerin.

Neßelmann räumt ein, dass auch andere Einrichtungen von den Sparmaßnahmen im Kultusministerium betroffen sind: "Im gesamten Kulturbereich wird gerade mächtig gewildert. Und so ist auch das Max-Samuel-Haus in diesen Strudel geraten."

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