Verkehr Rostock : Mautfreiheit statt Südtangente?

<p>Mautgebühren bremsen die Mobilität: Gutachter fordern jetzt eine kostenfreie Nutzung des Warnowtunnels.</p>

Mautgebühren bremsen die Mobilität: Gutachter fordern jetzt eine kostenfreie Nutzung des Warnowtunnels.

Mobilitätsplan Zukunft nimmt Formen an: Rostock soll vorhandene Strukturen nutzen statt unnötig ausbauen.

svz.de von
29. September 2015, 08:00 Uhr

Die Ziele für die mobile Zukunft in der Hansestadt sind gesteckt: Rostock soll bereits vorhandene Strukturen besser nutzen, anstatt unnötige Aus- und Umbaumaßnahmen vorzunehmen – das fordern Fachgutachter vom Mobilitätsplan Zukunft (MOPZ), der jetzt in die dritte Beteiligungsrunde geht. „Bis 2030 wird die Stadt- und Verkehrsentwicklung im Wesentlichen die gleiche bleiben“, so Stadtplaner Stefan Luft beim dritten öffentlichen Forum. Man könne mit den aktuellen Zahlen für die nächsten 15 Jahre planen.

Beim Thema Mobilität in Rostock stehen die Hauptverkehrsstraßen klar im Fokus. „Der innere Tangentenring ist am Rande seiner Belastungsgrenze“, sagt Dirk Ohm, Gutachter des Ingenieurbüros Ivas. Besonders die L 22 müsse entlastet werden. Im Gespräch war deshalb die Errichtung einer Südtangente, der Anschluss des Südrings Richtung Osten. Die würde allerdings mit Kosten bis zu 50 Millionen Euro zu Buche schlagen, so Ohm. Stattdessen fordern die Planer eine grüne Welle und ziehen sogar die Mautfreiheit des Warnowtunnels in Betracht. Von den Forumsteilnehmern wurden diese Ideen begrüßt. Zudem wünschen sich die Hansestädter, dass der Tunnel auch für Radfahrer freigegeben werden solle.

Doch für ein mobiles Rostock braucht es mehr. Nach der Bewertung durch die Fachleute wurden aus 200 Vorschlägen Kernthesen für den MOPZ formuliert. Sie beinhalten vier Oberziele: die regionale und innerörtliche Erreichbarkeit, die effiziente Nutzung der Infrastrukturen, die Stärkung der Stadt- und Umweltverträglichkeit des Verkehrssystems sowie die Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen – untergliedert in 14 weitere Unterpunkte.

Oberster Priorität habe die Sanierung des bestehenden Straßennetzes, so Ohm. Auch solle Rostock eine „Stadt der kurzen Wege“ werden. Dabei sehen die Planer Barrierefreiheit ebenso im Fokus wie die Schaffung einer Brücke oder Fährstation an der Unterwarnow. Das gut funktionierende Netz des öffentlichen Nahverkehrs solle ergänzt und durch eine bessere Anbindung des Überseehafens aufgewertet werden. Aber: „Es handelt sich noch immer um Maßnahmenvorschläge“, unterstreicht Gutachter Ohm. Keine der Ideen stehe fest.

Bis zum 17. Oktober können die Hansestädter bei der dritten Online-Beteiligungsphase weitere Vorschläge machen. Zum Ende des Jahres sollen die Zielpapiere fertig sein, in die Ausschüsse und die Bürgerschaft gehen, so Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Die Endfassung des MOPZ sehen die Planer im Sommer 2016.

Internet: www.rostock-bewegen.de

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