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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 22:54 Uhr

Wiederwahl : Matthäus bleibt auf dem Chefsessel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Grüner bleibt Senator für Bauen und Umwelt: „Ich möchte ein Rostock entwickeln, in dem Wohnen und Arbeiten Spaß macht“

von
erstellt am 08.Okt.2015 | 15:00 Uhr

Triumph für Holger Matthäus (Grüne): Er bleibt auch in den kommenden sieben Jahren Rostocks Bau- und Umweltsenator. Die Bürgerschaft sprach ihm am Mittwochabend in geheimer Abstimmung mit 32 Stimmen das Vertrauen aus. Konkurrent Heiko Tiburtius konnte nur 14 Mitglieder für sich gewinnen und bleibt damit weiter Chef des Tief- und Hafenbauamts.

„Ich möchte ein Rostock entwickeln, das so bunt ist wie die Bürgerschaft, in dem Wohnen und Arbeiten Spaß macht, das Investoren anlockt, die Umwelt schützt und den Naturgewalten trotzt“, sagt Matthäus. Entscheidend auf diesem Weg sei es, die Rostocker wie bisher einzubeziehen. „Ich sehe mich als Moderator des Stadtentwicklungsprozesses und will nicht einfach von oben vorgeben“, so der 51-Jährige. Dringendste Aufgabe sei momentan allerdings die Bereitstellung von Wohnraum. Angesichts einer Leerstandsquote von nur zwei Prozent gebe es großen Handlungsbedarf, der durch den Zuzug Tausender Flüchtlinge noch an Dramatik zugelegt habe, so Matthäus: „Es ist kein Zustand, in Turnhallen rumsitzen zu müssen.“

Langfristig will der neue alte Senator den Masterplan Klimaschutz, die Energiewende und den Mobilitätsplan Zukunft vorantreiben. „Viele der Konzepte dazu stammen aus meiner ersten Amtszeit“, sagt der studierte Physiker. Nun gelte es, sie auch umzusetzen.

Von den Fraktionen und Kollegen gab es nach dem Wahlerfolg gestern Blumen und Umarmungen. Auf die Glückwünsche von Tiburtius musste Matthäus allerdings verzichten. Der verdrückte sich direkt nach Bekanntgabe des Ergebnisses durch Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke). „Ich bin nicht nachtragend“, so der Wahlgewinner. Tiburtius bekleide eine wichtige Funktion, vor allem mit seinem derzeitigen Einsatz als vorübergehender Leiter des neuen Flüchtlingsamtes. Allerdings kündigte sein Chef Matthäus an, „neue Regeln für das Miteinander aufzustellen, wenn er in das Tief- und Hafenbauamt zurückkehrt“. Das könnte schon am 22. Oktober der Fall sein – dann läuft die Organisationsverfügung des Oberbürgermeisters für das Flüchtlingsamt aus. Matthäus war das gestern egal. Er feierte den Start in die neue Amtszeit mit Freunden und Begleitern im Ratskeller.

Hintergrund: Der Neue und seine Kollegen

In Rostock gibt es derzeit vier Senatsbereiche:

• Den Bereich Zukunft, Wirtschaft und Grundsatz bestimmt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Er ist seit April 2005 im Amt und verdient pro Monat fast 9000 Euro.

• Finanzen, Verwaltung und Ordnung liegen in der Hand von Chris Müller (SPD). Er ist seit Juli 2014 im Amt und verdient knapp 8100 Euro pro Monat.

• Für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport ist Steffen Bockhahn (Linke) zuständig. Er ist seit Januar dieses Jahres im Amt und verdient etwas mehr als 7600 Euro pro Monat.

• Den Bereich Bau und Umwelt hat die Bürgerschaft gestern erneut an Holger Matthäus (Grüne) vergeben. Er verdient knapp 7200 Euro pro Monat.

• Die Berufung eines weiteren Senators hat die Bürgerschaft bereits im Oktober 2013 beschlossen. Er soll den Bereich Kultur leiten, der genaue Zuschnitt steht aber noch nicht fest. Auch gibt es bisher keine Ausschreibung.

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