Mastanlage: Protest wird gehört

Investor Jan-Hinrich Kühl (rechts) lässt sich bei dem öffentlichen Erörterungstermin vom Rechtanwalt Dr. Helmar Hentschke vertreten.  Foto: Clla
Investor Jan-Hinrich Kühl (rechts) lässt sich bei dem öffentlichen Erörterungstermin vom Rechtanwalt Dr. Helmar Hentschke vertreten. Foto: Clla

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29. Mai 2013, 08:30 Uhr

Roggentin | Argumente gegen die in Fienstorf geplante Hähnchenmastanlage haben gestern fast zehn Stunden lang den Investor, Behörden-Vertreter und vor allem besorgte Bürger beschäftigt. Im Informatik-Center Roggentin hatte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalumm) zum öffentlichen Erörterungstermin geladen. Bei der Genehmigungsbehörde waren zuvor 137 Einwendungen eingegangen. "Ein solcher Termin gibt den Einwendern die Chance, ihre Fragen direkt beantwortet zu bekommen. Uns als Behörde dient er vor allem zum Erkenntnisgewinn", sagte Amtsleiter Hans-Joachim Meier. Die Kritik vom BUND und den Bürgern drehte sich dabei unter anderem um die Belastung durch Lärm, Dreck und Geruch, um den Schutz des Grundwassers, das Landschaftsbild, den Tierschutz und Faktoren wie den Wertverlust der Grundstücke.

Am Ende der Veranstaltung waren zwar alle Fragen gestellt, aber nicht alle ausreichend beantwortet worden. Darum will sich nun noch mal das Stalumm kümmern. "Wir werden vom Investor eventuell Ergänzungen zu vorhandenen Gutachten nachfordern oder verlangen, dass neue Gutachten angefertigt werden", so Meier. Das betrifft zum Beispiel den Bereich der Verkehrsführung. Futter-, Tier- und Kadavertransporte sollen über Groß Kussewitz und Öftenhäven auf die L 182 gelenkt werden. Gegen diese Pläne und eine befürchtete starke Zunahme des Schwerlastverkehrs regt sich auch in den Nachbargemeinden Protest. "Wir haben die Straße nicht zum Spaß auf 7,5 Tonnen begrenzt", so Jens Quaas, Bürgermeister der Gemeinde Klein Kussewitz. Proteste gab es auch zu den vorgelegten Windgutachten, in denen nach Ansicht der Bürger untypische Verhältnisse für Fienstorf angenommen werden. Dort herrsche überwiegend Nord-/Nordost-Wind, was die Belästigung verstärken würde. "Es handelt sich um amtliche Gutachten vom Deutschen Wetterdienst ohne Einflussnahme von unserer Seite", entgegnete Planerin Christine Zimmermann den Kritikern.

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