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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 10:16 Uhr

Rostock : Maroder Kai: Kran „Möwe“ wird zerlegt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Morgen startet Demontage auf der Ex-Neptun-Werft

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Morgen rücken die Monteure am Ausrüstungskai der ehemaligen Neptun-Werft an, um den Kran „Möwe“ fachgerecht zu zerlegen. Die Wiro als Eigentümerin will den kleinen Bruder des Hellingkrans auf einem Grundstück direkt nebenan einlagern. Das Problem: Die 250 Tonnen Eigengewicht des Denkmals sind zu schwer für die marode Kaianlage, deren Mauer im Laufe der Jahrzehnte durchgerostet ist. Das Warnowwasser hat den Seesand weggespült, der als Fundament für die Betonplatten aufgeschüttet worden war.

„Um den Bereich wieder so herzustellen, dass auch der 250 Tonnen schwere Kran dort wieder stehen kann, wären mindestens 2,3 Millionen Euro nötig“, sagt Wiro-Sprecher Michael Ahrens. Die Sanierung auf 50 bis 80 Metern inklusive Austausch der Bohrpfahlgründung und Spundwände hänge von der späteren Nutzung des Geländes und den damit verbundenen Fördermitteln ab. „Einen konkreten Zeitplan gibt es für diese Arbeiten nicht“, so Ahrens. Das Wohnungsunternehmen hatte das Gelände 2001 von der Meyer-Werft gekauft.

„Der denkmalgerechte Abbau des Krans ist komplex und witterungsabhängig“, sagt Ahrens. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwischen vier und acht Wochen dauern. Anschließend wird das derzeit umzäunte Gelände wieder für Spaziergänger und Angler freigegeben. „Dafür ist die Kaikante ausreichend stabil und sicher. Einen dringenden Handlungsbedarf zu ihrer Sanierung gibt es deshalb nicht“, so Ahrens. Damit ist auch unklar, wann der Wiederaufbau und die mit 400 000 Euro veranschlagte Instandsetzung des „Möwe“-Krans beginnen können. Seinen Status als technisches Denkmal verliert er durch die Zwischenlagerung nicht.

Deswegen, so Dr. Michaela Selling, Leiterin des Amts für Kultur und Denkmalpflege, müsse „die Demontage der Stahlteile und Nähte fachmännisch und dokumentiert erfolgen und die Statik beachtet werden“. Im Lager müsse der Kran zudem gegen Rost und unbefugten Zutritt geschützt werden. Eine Frist für den Wiederaufbau gebe es nicht. „Zuvorderst muss die Kaikante saniert werden“, sagt Selling.

Auf deren möglichst schnelle Instandsetzung hofft auch Dr. Mathias Jonas, Chef des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) Rostock. Dessen Forschungsschiffe können derzeit zwar noch am Kai anlegen, Tanklaster zum Betanken oder Autokräne zum Übersetzen schwerer Lasten können die unterspülten Betonplatten aber nicht mehr befahren. „Für diese Zwecke können unsere Schiffe aber in den Marinehafen Hohe Düne oder in den Stadthafen ausweichen“, sagt Jonas. Vor einigen Jahren hatte das BSH noch eine Instandsetzung der Anlagen aus Bundesmitteln angestrebt. Das sei mittlerweile aber vom Tisch.

 

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