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Speerwurf-Hoffnung für die Olympischen Spiele : Mark Frank: "Da muss jetzt was gehen"

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Von einem Trainingslager zum nächsten reist momentan Top-Speerwerfer Mark Frank. Derzeit weilt der 34-Jährige vom 1. LAV Rostock im südafrikanischen Stellenbosch. Die NNN stellte dem WM-Achten am Telefon ein paar Fragen.

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erstellt am 21.Mär.2012 | 10:09 Uhr

Rostock | Von einem Trainingslager zum nächsten reist momentan Top-Speerwerfer Mark Frank. Derzeit weilt der 34-Jährige vom 1. LAV Rostock im südafrikanischen Stellenbosch. Wie es dem WM-Achten von 2011 dort ergeht, wie er seine Chancen für die Olympischen Spiele einschätzt und wie er sich seine Zukunft nach der aktiven Laufbahn vorstellt, dazu hat ihn NNN-Autorin Karen Hacke am Telefon befragt.

Mark, Sie sind bereits seit zwei Wochen in Südafrika. Wie läuft es?

Mark Frank: Bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Hier herrschen gute Bedingungen. Wir haben tolles Herbstwetter um die 30 Grad Celsius.

Wie sind Sie untergebracht?

Das ist hier alles ganz idyllisch, fast zu schade für ein Trainingslager. Überall, wo man hinsieht, sind Berge. Das hat schon was.

Haben Sie ein Einzelzimmer?

Nein, das ist ja kein Luxusurlaub, sondern ein Trainingslager. Ich teile mir ein Zimmer mit Alexander Vieweg (Speerwerfer aus Saarbrücken - d. Red.). Wir verstehen uns super.

Unter Ihnen ist auch der amtierende Weltmeister Matthias de Zordo. Wie ist es, mit ihm zu trainieren?

Matthias hat sich nicht verändert, nur weil er Weltmeister ist. Auch unser Verhältnis ist gleich geblieben. Wir trainieren zusammen, aber jeder macht seine Intensitäten. Ich vergleiche mich nicht mit ihm. "Matze" lässt sich auch nicht mit mir vergleichen.

Haben Sie schon ein paar Weiten, an denen Sie sich orientieren können?

Ich habe hier bei einem kleinen Wettkampf mitgeworfen. Da wollte ich den 900-Gramm-Speer testen. Das war nicht so schlecht. Auf 70,40 Meter bin ich gekommen. Den 800er Speer habe ich knappe 81 Meter weit geworfen.

Und wann wird es ernst?

Eventuell steige ich am 16. Mai bei einem Meeting im südkoreanischen Daegu ein. Da bin ich aber noch am Überlegen, ob sich der Aufwand wegen der Zeitumstellung lohnt. Auch mit meiner Frau will ich mich abstimmen. Ansonsten geht es am 19. Mai bei den Halleschen Werfertagen für mich los.

Die Norm, die Sie für die Olympischen Spiele überbieten müssen, liegt wieder bei 82,50 Metern. Das ist die selbe Weite wie vergangenes Jahr für die Weltmeisterschaften, die Sie damals geschafft haben. Freut Sie das?

Ich glaube, die Norm liegt sogar bei 82 Metern. Aber das spielt eigentlich keine Rolle. Das ist mir Wurst. Der halbe Meter macht es nicht. Ich habe echt das Gefühl, dass dieses Jahr langsam mal ein bisschen mehr gehen muss. Wenn das mit der Technik weiter so läuft, dann sind das keine Weiten, über die ich viel nachdenken sollte.

Sie klingen optimistisch, dass die Norm zu machen ist?!

Ja.

Wieviele Speerwerfer schickt der Deutsche Leichtathletik-Verband nach London?

Drei. Bis zum 16. Juni sollte ich die Weite werfen, dann sind die Deutschen Meisterschaften. Danach will Boris Henry (Bundestrainer der Speerwerfer - d. Red.) für London nominieren. Es werden auch nur die besten Drei zu den Europameisterschaften in Helsinki zehn Tage später fahren. Also entweder man qualifiziert sich für beide Wettbewerbe oder für gar keinen.

Das ist ja ganz bitter...

Ja, ich wäre sehr enttäuscht, wenn das nicht klappt. Denn gerade diese beiden Meisterschaften habe ich noch nie miterlebt.

Ist es egal, bei welchem Meeting Sie die Norm werfen würden?

Bestimmte Anforderungen muss ein Wettkampf schon erfüllen, damit der Nachweis zählt. Aber ich nehme ja nicht an Wald- und Wiesensportfesten teil.

London ist nicht soweit weg von Rostock. Wenn Sie das Ticket für die Spiele lösen, werden Sie Ihre Familie als Unterstützung mitnehmen?

Das würde ich gerne, wenn das bezahlbar ist, zumindest für den Finaltag. Aber ich will nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun. Man muss sich jedoch trotzdem rechtzeitig damit beschäftigen, weil die Eintrittskarten und Hotels knapp sein werden.

Sie hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Beschwerden im Rücken oder in der Schulter. Was machen die Wehwehchen im Moment?

Ich habe ein wenig Probleme mit meiner Bizeps-Sehne. Aber ich habe das Gefühl, dass das von den vielen Würfen hier besser wird. Außerdem merke ich es ein bisschen im Fuß an der Achillessehne, und seit vier Wochen zwickt es auch in der Leistengegend. Das schränkt mich aber nicht ein.

Ihr Karriere-Ende nach dieser Saison haben Sie bereits 2011 angedeutet. Wie sind Ihre aktuellen Pläne?

Der momentane Stand ist, dass ich den Zeitpunkt meines sportlichen Abschieds vorerst offen lasse. Ich habe noch zwei Jahre Vertrag bei der Bundeswehr. Da will ich natürlich auch kein Geld wegwerfen.

Und wenn es dann soweit ist?

Ich möchte weiterhin trainertechnisch in Rostock etwas aufbauen. Das scheint mir bisher die wahrscheinlichste Lösung zu sein. Der Verein steht 100 Prozent hinter mir. Und ich habe hier in Südafrika schon entsprechende Gespräche mit dem Sportdirektor des DLV, Thomas Kurschilgen, geführt. Die A-Lizenz habe ich bereits. Nun will ich neben meiner aktiven Zeit noch die theoretische Ausbildung zum Diplom-Trainer beginnen.

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