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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 21:40 Uhr

in seenot : Marine rettet Angler aus Lebensgefahr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach Motorschaden trieb der unterkühlte Rostocker 27 Stunden auf der Ostsee

Ein roter Putzlappen hat einem 29 Jahre alten Angler vermutlich das Leben gerettet. Der Mann war bei einem Sonntagsausflug auf die Ostsee in Seenot geraten, nachdem der Außenborder seines nur drei Meter großen Bootes den Propeller verloren hatte. Das Mobiltelefon, das der Nautikstudent aus Rostock bei sich trug, war leer, eine Leuchtpistole oder andere Kommunikationsmittel befanden sich nicht an Bord.

Manövrierunfähig trieb der Mann von Sonntagmittag bis Montagnachmittag 27 Stunden lang bei eisigem Wind und Temperaturen um zwei Grad Celsius etwa 33 Kilometer bis nördlich von Rerik. Dort sichtete er die Korvette „Braunschweig“ der Marine. Er band den roten Putzlappen an seine Angel und winkte heftig, stürzte dabei jedoch in das zwölf Grad kalte Wasser der Ostsee. Nur mit Mühe gelang es ihm, wieder in sein Boot zu klettern.

Da hatten die Soldaten ihn aber schon entdeckt. „Wir haben ein kleines Motorboot gesehen mit einer Person an Bord, die eine rote Flagge schwenkte“, sagt Ronny Bergner, Kommandant der „Braunschweig“. Ohne den Putzlappen, den er an seiner Angel befestigt hatte, wäre der Mann wegen des Seegangs wohl nicht bemerkt worden. Sofort ließ die Korvette ein Speedboot mit drei Soldaten zu Wasser, der unterkühlte Angler wurde an Bord geholt. „Er war ansprechbar und bei Kräften“, sagt der 39-jährige Bergner.

„Er hatte bestimmt die ganze Zeit Angst um sein Leben“, vermutet Rainer Kulack, Kapitän des Seenotrettungsbootes „Crempe“. Seine Mannschaft war von der Korvette zu Hilfe gerufen worden, weil die „Braunschweig“ zu groß ist, um den nahen Hafen von Kühlungsborn anzulaufen. Als der Mann an Bord war, habe er erst einen ganz guten Eindruck gemacht, so Kulack. Als aber die Wirkung des Adrenalins nachließ, sei er apathisch geworden. „Dann lässt der Körper alles sacken, und die ganze Energie ist schlagartig weg. Dann geraten die Menschen noch einmal in Lebensgefahr“, so der 60-Jährige. Diese klassischen Symptome würden bei vielen Geretteten auftreten.

Nach einem kurzen Klinikaufenthalt wurde der Angler wieder nach Hause entlassen. Klar ist, so Kulack: „Wenn er nicht so fit wäre, hätte er das nicht überlebt.“

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