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Gemeinde sorgt sich um Rostocker Denkmal : Marienkirche: Angst um die Statik

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Innenstadtgemeinde ruft auf: „Schützt die Marienkirche!“

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Die Bebauung der Nordkante des Neuen Marktes ist eines der Prestigeprojekte der Stadt. Wohnungen, Geschäfte und Platz für Verwaltung sollen nach 2018 entstehen. Doch jetzt, da mit einem Quartierblatt Gestaltungsvorgaben für künftige Bauherren vorgestellt werden – wie Giebelformen und Tiefgaragen – kochen Bedenken hoch.

Die Innenstadtgemeinde ruft auf: „Schützt die Marienkirche!“ Pastor Tilmann Jeremias fordert von der Bürgerschaft, „die Planungen noch einmal grundsätzlich zu überdenken oder doch so zu korrigieren, dass die Belange der Hauptkirche Rostocks gewahrt bleiben“. Wie der Ortsbeirat der Stadtmitte sorgt sich die Gemeinde um die Statik der Kirche, wenn Tiefgaragen für das Nachbargebäude gebaut werden. „Letztlich weiß keiner ganz genau, wie es darunter aussieht“, sagt Beiratsvorsitzender Werner Simowitsch (Linke). 1991/92 war zuletzt ins Fundament geschaut worden, Nässe war durch Einschütten von Lehm gebannt worden. Wolfgang Gründel, pensionierter Stadtmitarbeiter, konnte sich damals ein Bild machen. „Die Kirche hat kein tiefgründiges Fundament, sondern steht auf Feldpackungen“, sagt er. Schon damals seien einige Steine lose gewesen. „Jegliche weitergehende Tiefbauarbeiten, zum Beispiel zur Errichtung von Tiefgaragen, sind im unmittelbaren Umfeld der Marienkirche auszuschließen“, so Jeremias. Im Ortsbeirat hatte Andreas Herzog (SPD) das Beispiel der Friedrichswerderschen Kirche herangezogen. Sie war 2012 abgesackt – trotz Planungen. Eine Hauptkritik der Gemeinde ist auch, dass die Nordkante die Sicht auf die Kirche einschränke. Das passiere gemäß der historischen Bebauung, erklärt Anja Epper vom Stadtplanungsamt. Die einzuhalten, hatte sich die Stadt 2015 verpflichtet mit der Denkmalbereichsverordnung wie mit der Stellplatzsatzung zur Schaffung von Parkplätzen.

„Man sollte vielleicht doch die Finger davon lassen“, meint Ruth Peters vom Stadtentwicklungsausschuss und steht damit nicht allein. Das Gremium hat das Quartierblatt abgelehnt, der Bauausschuss zugestimmt. Jetzt ist es an der Bürgerschaft, zu entscheiden.

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