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21. November 2017 | 18:47 Uhr

Margaretenschüler wollen weitergärtnern

vom

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2013 | 07:15 Uhr

Rostock | Lea (7) und Manuel (6) von der Margaretenschule wollen Harke und Schaufel am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben. Das werden sie aber müssen. Denn die Förderung für das Projekt "Die Gartenzwerge" beim Verband der Gartenfreunde Hansestadt Rostock ist Ende vergangenen Jahres ausgelaufen. Bis zum Sommer können die Gartenfreunde mit Mühe und Not die Stelle ihrer Projektbetreuerin noch selbst finanzieren. Danach brauchen sie dringend Unterstützung - oder es ist aus mit dem Gärtnern für die Kleinen.

Für Lea wäre das besonders schade, sie gärtnert gern. Bei ihrem Opa in seinem Garten bei Berlin kann sie das. Aber Zuhause in Rostock hat sie keine Gelegenheit - nur beim Projekt Gartenzwerge. Die Betreuerin vom Verband der Gartenfreunde, Marita Rothgänger, zeigt Schülern wie Lea, wie aus einem winzigen Samen mit der richtigen Pflege eine kräftige Pflanze wird. Kinder von der Margaretenschule, der Grundschule am Lindenpark oder auch aus dem Förderzentrum Paul-Friedrich-Scheel nutzen das Angebot regelmäßig und enthusiastisch. Sie erkunden gemeinsam Schnecken und Würmer und lernen wie Apfelmus gekocht wird.

Auch Kinder im Rollstuhl können problemlos mitgärtnern. Die Verbandsmitglieder haben dafür umgebaut. Die wichtigen Wege sind nachgepflastert. Spezielle Hochbeete lassen es zu, dass sie mit dem Rollstuhl darunter kommen. Die Stelle wurde seit 2010 mit Landes- und Bundesmitteln gefördert. Diese 15 000 Euro jährlich kann der Verband allein kaum ausgleichen. Sponsoren können helfen. "Ab Juni diesen Jahres würde das Projekt sonst wegfallen", sagt der Verbandsvorsitzende Dieter Steffens.

Er wünscht sich, dass weiterhin der Nachwuchs gefördert wird. Viele Kindern hätten vorher nicht gewusst, wie Tomaten wachsen. Nicht mehr viele Schulen hätten einen eigenen Garten und könnten darin auch praktisch unterrichten, sagt Steffens. In anderen Orten seien solche geförderten Stellen in den Haushalt übernommen worden, auch darüber würde sich der in der Viergewerkstraße ansässige Verband freuen. "Das Kleingartenwesen schrumpft", sagt Steffens. Gerade viele ältere Leute geben ihren Garten schweren Herzens auf, weil sie die Arbeit nicht mehr schaffen, erklärt er. Mit Gemeinschaftsgärten auch fürKindergruppen und Familien wollen die Verbandsmitglieder helfen. Freistehende Parzellen würden sie gern zu Parkstücken zusammenfassen. Sie wollen einen Anreiz für Hobbygärtner geben, aktiv zu werden. Nur: dafür fehlt das Geld. Unterstützung ist dringend notwendig. Das Grün in der Stadt soll für jedermann erhalten bleiben - vor allem für die Gartenzwerge.

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