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Denkmalpflege : Mahnmale für den Frieden sollen stärker wirken

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kaufmänner der Jahresköste unterstützen die Gestaltung von Kriegsgräbern mit 3000 Euro.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Vor hundert Jahren begann ein Krieg, vom Vertrauen getragen, dass alles gut werden würde, von Menschen, für die Krieg bis dato nur ein Wort war. Den Gefallenen wurden Denkmäler errichtet, mit denen sie als Helden gewürdigt wurden. Nur vier solcher Denkmäler gibt es noch in Rostock. Die Zeit, die DDR-Geschichte, hat die anderen dahingerafft.

Für die Pflege der letzten verbliebenen Denkmäler spendet die Kaufmannschaft zu Rostock 3000 Euro an den Regionalverband der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Es sind ein Soldatenfriedhof auf dem Neuen Friedhof, ein Kriegerfeld im Stephan-Jantzen-Park, Findlinge in Biestow am Dorfteich und in Toitenwinkel. Doch die Stadt, auf deren Grund drei der Denkmäler stehen, ist gar nicht so erpicht darauf, diese in Szene zu setzen. An ihnen müsse eigentlich nichts geändert werden, hieß es aus dem Grünamt, sie seien gepflegt.

Aus der Kaufmannschaft kommen Anregungen. „Diese Denkmäler sollen mahnen“, sagt der Vorsitzende Dr. Thomas Diestel – gegen den Krieg und für den Frieden, und zwar gerade die Jugend. Doch dafür müssen sie erkennbar sein, keine bloßen Steine oder Gräber. Eine attraktivere Außengestaltung, ein Hervorheben der Schrift wären denkbar, etwas, das aufmerksam macht.

„Kriegsgräberstätten helfen enorm im Wirken für den Frieden. Man sieht Namen, Alter, wann Menschen starben. Das geht einem persönlich näher als jedes Buch oder jeder Film. Ein Denkmal ist etwas Handfestes, gerade in der eigenen Stadt“, sagt Wolfgang Westphal, Vorsitzender des Regionalverbandes der Kriegsgräberfürsorge. Etwas Handfestes ist auch der große Findling in Toitenwinkel an der Kirche, das vierte Denkmal. Beim Pastor der Kirche, Marin Rautenkranz, fand das Projekt Anklang. „Viele Menschen gehen auf dem Weg zum Friedhof täglich an dem Stein vorbei“, sagt er. Eine Informationstafel könne sie auch zum Stehenbleiben veranlassen. Und es lohne sich: Der Stein ist das älteste Dokument von Zivilisation in Rostock, ein bearbeiteter Schälstein. Ausgerechnet aus ihm wurde ein Denkmal des ersten Weltkrieges – „für Helden“, sagt Westphal, ein Ausdruck, der heute in Verbindung mit Krieg nicht mehr getragen wird. Ob nur der Schälstein oder alle Mahnmale ihre Infotafeln bekommen, damit sie ihre Geschichte erzählen können, werden die Absprachen mit der Stadt ergeben.

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