Rostock : Maggy steht auf Lob und Leckerchen

Labrador-Hündin Maggy, die gerade ihre Ausbildung als Blindenhund bei Aniko Ebersberger absolviert, war gestern der absolute Star in der Rostocker Grundschule John Brinckman.
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Labrador-Hündin Maggy, die gerade ihre Ausbildung als Blindenhund bei Aniko Ebersberger absolviert, war gestern der absolute Star in der Rostocker Grundschule John Brinckman.

Blindenhündin zeigt Schülern mit ihrer Trainerin ihren Ausbildungsalltag

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25. September 2015, 10:00 Uhr

Die zweiten und dritten Klassen der Grundschule John Brinckman durften sich gestern früh über einen vierbeinigen Gast in ihrer Sporthalle freuen. Blindenführhündin Maggy, ein schokobrauner Labrador, schaute zusammen mit ihrer Trainerin Aniko Ebersberger vorbei. Sie zeigten den 92 Kindern den Alltag der Ausbildung.

„Wir behandeln aktuell das Thema Haus- und Nutztiere“, erklärt Petra Scheibeler, Klassenlehrerin der 2a. „Der Besuch der Blindenhündin soll zeigen, dass ein Hund mehr als nur ein Kuscheltier sein kann“, sagt die Rostockerin weiter. „Hierzu beschäftigten wir uns im Unterricht auch mit den vielfältigen Einsatzbereichen von Hunden innerhalb der Therapie oder Polizei“, so die 46-Jährige. Sie hoffe, dass der Projekttag die im Unterricht vermittelten Kenntnisse festigt. Die achtjährige Gesa sah zum ersten Mal einen Blindenhund. Eigentlich hat sie Angst vor den Vierbeinern, doch Maggy sei ihr sympathisch. „Sie ist gut erzogen“, findet die Schülerin.

Dafür sorgt Hundetrainerin Aniko Ebersberger. „Maggy ist noch in der Ausbildung“, erklärt sie und sagt, dass ein Blindenhund zunächst lernt, wie er am weißen Geschirr geht und führt. „Dann bringe ich ihm Hörzeichen wie ,voran’ oder ,links drehen’ bei“, sagt die Hundetrainerin. Am Ende der Ausbildung soll Maggy in der Lage sein, Hindernisse wie Straßenschilder anzuzeigen, erklärt sie. „Bei dem Pensum an Lernstoff ist es natürlich wichtig, den Hund ausreichend zu belohnen“, bemerkt Ebersberger und verrät ihr Erfolgsrezept: „Ich arbeite mit Lob und Leckerchen.“

In der Regel dauere die Ausbildung acht Monate. Nicht alle Rassen seien für den Einsatz als Blindenhund geeignet, merkt die Trainerin an. „Wichtig ist, dass der Hund gesund und nervenstark ist.“ Bevorzugt arbeite Ebersberger mit Rassen wie Labradoren oder Doodles. Bevor die Ausbildung allerdings beginnt, wird der Hund von der hilfsbedürftigen Person beantragt. „Die Hunde werden vom Arzt als Hilfsmittel verschrieben“, erklärt Ebersberger. Stimmt schließlich die Krankenkasse zu, dann könnten die zukünftigen Besitzer am Ende sogar Wünsche bezüglich Rasse und Fellfarbe äußern.

Maggie ist noch bis Ende des Jahres in der Ausbildung. Anschließend wird sie ihr neues Frauchen, eine ältere Dame aus dem Bremer Umland, im Alltag unterstützen. „Ein erstes Kennenlernen gab es schon“, so Ebersberger. Doch vorab steht der Labradorhündin noch die Gespannprüfung bevor. Hier beurteilt eine Kommission, ob Maggy als Blindenführhündin arbeiten darf.

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