Girls Day in MV : Mädchen meistern Männerjobs

Tischlermeister André Pett zeigt den Mädchen, wie anstrengend das Hobeln per Hand ist und was alles zu seinem Handwerk gehört. Die 14-jährige Enne Berlin probiert den Kraftakt aus.
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Tischlermeister André Pett zeigt den Mädchen, wie anstrengend das Hobeln per Hand ist und was alles zu seinem Handwerk gehört. Die 14-jährige Enne Berlin probiert den Kraftakt aus.

Mehr als 2400 Schülerinnen nutzen den Girls’ Day, um in Werkstätten, Behörden und andere Unternehmen hineinzuschnuppern

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27. April 2017, 21:30 Uhr

Tischler, Kfz-Mechaniker oder Polizist – einige Berufe gelten noch immer als typische Männerdomänen. Um aber auch jungen Mädchen Einblicke in den Ausbildungsalltag dieser Tätigkeiten zu geben, findet immer im April ein Mädchenzukunftstag, der Girls’ Day, statt. Mehr als 2400 Schülerinnen der 5. bis 10. Klassen aus ganz MV haben heute die Chance genutzt, um in Unternehmen und Institutionen hineinzuschnuppern.

In den Werkstätten der Handwerkskammer (HWK) Ostmecklenburg-Vorpommern haben neun Mädchen einen Tag lang gehobelt, gesägt und geschleift. „Das Wichtigste ist, dass ihr immer eine gerade Kante habt“, erklärt Tischlermeister André Pett am Sägetisch. „Und auf die Hände aufpassen – die sind euer wichtigstes Werkzeug und wachsen nicht wieder nach“, so der Ausbilder.

„Ich helfe zu Hause oft meinem Vater, wenn der etwas baut“, sagt Achtklässlerin Enne Berlin. Deshalb habe sie sich für den Tag in der Werkstatt entschieden, um zu sehen, ob ihr der Beruf Spaß machen könnte. „Der Girls’ Day ist eine gute Gelegenheit, um sich auszuprobieren“, so die Rostockerin.

Dass Frauen bei der Polizei keine Seltenheit mehr sind, konnten gestern 17 Teilnehmerinnen bei der Bundespolizeiinspektion in der Kopernikusstraße erfahren. „Wir haben den Mädchen erklärt, dass Frauen inzwischen gut integriert sind“, sagt Steffen Seifert von der Bundespolizeiinspektion See Warnemünde. Für den Girls’ Day habe es sogar so viele Bewerbungen gegeben, dass in diesem Jahr gar nicht alle angenommen werden konnten, so Seifert.

Nach einer theoretischen Einführung über Struktur und Anforderungsprofil an den Beruf, lernten die Mädchen Polizeihund Zeus kennen. Der fünfjährige Schäferhund folgt Hauptkommissar Bernd „Fritz“ Häcker auf dem Fuße und hört aufs Wort – und zwar nur auf das seines Führers. Auch privat sind sie unzertrennlich. „Diensthunde dürfen nicht erschrecken, wenn ein Schuss fällt“, erklärt Häcker. Die Ausbildung zum Hundeführer dauere zehn Wochen, die Hunde lernen je nach Vorbildung 12 bis 18 Monate. „Ich wollte schon immer Polizistin werden“, sagt die zwölfjährige Miriam Petersen aus Kritzmow. „Wenn ich dann auch noch einen Hund haben kann, ist das das Allergrößte – ich liebe Hunde“, schwärmt die Sechstklässlerin. Beim Girls’ Day habe sie noch einiges über ihren Wunschberuf dazugelernt – zum Beispiel über die Wasserpolizei.

Etabliert wurde die bundesweite Aktion 2001, um einen weiteren Schritt in Richtung Gleichstellung zu machen.

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