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Schifffahrtsmuseum Rostock : Machtkampf um den IGA-Park

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rathausspitze will die zuständige Gesellschaft auflösen und andere Betriebe und Ämter mit der Zuständigkeit betrauen.

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Wer übernimmt künftig die Betreuung des IGA-Parks und des angeschlossenen Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums? Geht es nach der Rathausspitze, wird die bisher zuständige IGA Rostock 2003 GmbH aufgelöst und ihre Aufgaben auf die einzelnen Fachämter der Stadt übertragen. Das empfiehlt eine Analyse, die die Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH (RVV) jetzt vorgelegt hat. In Auftrag gegeben hatte sie der Hauptausschuss der Bürgerschaft, allerdings als „Konzept zur Fortführung“ der GmbH. Eine Auflösung war bisher kein Thema.

Im Gegenteil: Noch im Frühjahr hatte die Bürgerschaft ein Entwicklungskonzept für den Park wohlwollend zur Kenntnis genommen, das die Gesellschaft auf Beschluss der Bürgerschaft aus dem Jahr 2011 vorgelegt hatte. Es sieht unter anderem die Weiterentwicklung des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums vor, inklusive Traditionsschiff. Finanziell untersetzt werden sollte das Konzept von der Verwaltung. „Dieser Beschluss ist bis heute nicht umgesetzt“, sagt Karina Jens (CDU), Vorsitzende des Aufsichtsrats der IGA GmbH.

Und auch in der RVV-Analyse wurde das Entwicklungskonzept nicht berücksichtigt. Stattdessen analysiert sie den Ist-Zustand, mögliche Synergieeffekte durch eine geänderte Aufgabenverteilung und empfiehlt dann die Auflösung der Gesellschaft. „Der Aufsichtsrat lehnt das natürlich ab“, sagt Jens. Die Grundsatzentscheidung für die Fortführung der IGA GmbH sei schon vor zwei Jahren gefallen. Unter anderem durch den Abschied von Geschäftsführer Jörg Vogt im Mai sei allerdings Sand ins Getriebe gekommen. Auch bei der Großmarkt GmbH, die Vogt ebenfalls leitete. „Beide Unternehmen stagnieren“, so Jens. Vor diesem Hintergrund war die RVV mit der Konzeptentwicklung beauftragt worden.

In ihrer Vorlage heißt es nun: „Die Schaffung einer weiteren touristischen Attraktion des Parks wäre nur mit sehr hohem finanziellen Aufwand zu erreichen. Analog zur derzeitigen Nutzung sollte daher die Funktion des Anwohnerparks gestärkt werden.“ Damit stellt die RVV sich gegen den Bürgerschaftsbeschluss zur Entwicklung des Parks. Die Verwaltungsspitze hatte das Vorhaben schon damals strikt abgelehnt. Sie wollte das Traditionsschiff – zentraler Bestandteil der IGA-Überlegungen – lieber in den Stadthafen verlegen.

Die Bürgerschaft soll am 3. Dezember über das RVV-Konzept abstimmen. Schon am 4. November um 18.30 Uhr diskutiert der Ortsbeirat Schmarl im Haus 12, Am Schmarler Bach 1, die Zukunft der IGA GmbH.
 

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