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Seenotretter Warnemünde : Lotsenstation wird 150 Jahre alt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gründervater der Seenotretter ist Arwed Emminghaus. Warnemünder suchen alte Fotos für geplante Ausstellung

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 11:45 Uhr

Die Seenotretter sind aus dem Ostseebad nicht mehr wegzudenken und das Informationszentrum am Leuchtturm für Urlauber eine gern besuchte Adresse. Und wegen der Bedeutung der Retter ist es auch erwähnenswert, dass deren Gründervater Arwed Emminghaus heute seinen 100. Todestag hat. Der aus Thüringen stammende Redakteur war Anfang der 1860er-Jahre getrieben von der Vision, dass sich regionale Vereine zur Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zusammenschließen. Denn in der Mitte des 19. Jahrhunderts verunglückten jährlich etwa 50 Schiffe allein vor den deutschen Nordseeinseln. Am 29. Mai 1865 erfolgte die Gründung der DGzRS.

Anfangs ohne Rettungsmittel

Aber auch in der Ostsee vor Warnemünde war das ein Thema. Hier hat Lotsenkommandeur Stephan Jantzen bereits 1840 versucht, Menschen aus Seenot zu retten. „Und das ganz ohne Rettungsmittel“, sagt Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums der Seenotretter. 1867 ist bereits ein „Schoppen“ auf der Mittelmole in Unterlagen vermerkt, der Rettungsschuppen der Seenotretter existiert noch heute. Allerdings mehr für Präsentations- und Ausstellungszwecke.

Als erstes hiesiges Rettungsboot ist die „Vorwärts“ 1888 vermerkt, mit der „Otto Ludwig“ erhielten die Warnemünder Seenotretter das erste motorisierte Boot. In das laufende Jahr fällt das 150. Jubiläum der hiesigen Lotsenstation. „Das wollen wir würdig begehen“, sagt Westphal. Weil es an räumlichen Möglichkeiten für eine Dauerausstellung fehlt, soll zur Warnemünder Woche und zur Hanse Sail eine Exposition organisiert werden. „Wir freuen uns, wenn Menschen Bilder oder Gegenstände aus der Zeit haben und uns leihweise zur Verfügung stellen“, sagt Westphal. Denn das Archiv der Seenotretter ist im Zweiten Weltkrieg unwiederbringlich verloren gegangen.

Auch das kann nicht oft genug betont werden: Die Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich über Spenden finanziert. Deshalb sind diese und ehrenamtliche Hilfe von Unterstützern immer willkommen.

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