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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. September 2017 | 15:42 Uhr

Kompromiss gesucht : Lokführer-Streit vor Entscheidung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gestern und heute Mitarbeiter-Versammlungen bei der RSAG / Kündigungen stehen im Raum

Im monatelangen Streit um die Bezahlung von Lokführern bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) rückt eine Entscheidung näher. Gestern haben Versammlungen mit 51 betroffenen Mitarbeitern begonnen, die heute fortgesetzt werden sollen. Der RSAG-Vorstand wolle seine Position erläutern, sagte Unternehmenssprecherin Beate Langner gestern. Das Unternehmen baut offenbar darauf, dass die Mitarbeiter ihre Gewerkschaft zu einem Kompromiss bewegen. „Wir hoffen, dass die Mitarbeiter von sich aus die GDL ansprechen, auf die RSAG zuzugehen“, sagte die Sprecherin.

Hintergrund des Streits ist, dass die RSAG als Subunternehmer der Bahn auf zwei Strecken zwischen Wismar und Tessin sowie Bad Doberan und Graal-Müritz fährt und die Lokführer und das Zugbegleitpersonal nach RSAG-Tarif bezahlt. Dieser liegt nach Angaben der Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL rund 20 Prozent unter dem der Bahn. Es gab deshalb schon mehrere Warnstreiks. Laut RSAG hätten die Mitarbeiter diese Konditionen bei ihrer Einstellung akzeptiert. Mit einer Bezahlung nach Bahn-Tarif seien die Strecken nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Gibt es keine Einigung im Tarifstreit, stehe auch das Ende des Vertrags mit der Bahn zum 30. Juni im Raum. Lokführern und Zugbegleitern droht dann der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Bei einer sechswöchigen Frist müssten die Kündigungen der Mitarbeiter spätestens am Freitag kommender Woche, 16. Mai, ausgesprochen werden. Die RSAG betonte, dass die Bahn die betroffenen Mitarbeiter nicht automatisch übernehmen werde. Es gebe genügend eigenes Personal.

Die Lokführer und Zugbegleiter im Regionalbahnverkehr hatten sich bei einer Urabstimmung allerdings mit 90 Prozent für Streiks ausgesprochen, um die Einführung des Flächentarifvertrags durchzusetzen. Zuvor waren mehrere Verhandlungsrunden gescheitert. „Die Zustimmungsquote zeigt, wie geschlossen unsere Mitglieder hinter unserer Forderung stehen“, hatte GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky gesagt.

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