Spendenaktion : Lkw mit Hilfsgütern erreicht Zeltlager in Suruç

Um die Hilfsgüter in Empfang zu nehmen, traf das Rostocker Team – darunter Bahri Oktan (l.), Thomas Wanie (r.) und Jan Gorkov (3. v. l.) – beim Zoll in Suruç auf die Lkw-Fahrer. Fotos: privat
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Um die Hilfsgüter in Empfang zu nehmen, traf das Rostocker Team – darunter Bahri Oktan (l.), Thomas Wanie (r.) und Jan Gorkov (3. v. l.) – beim Zoll in Suruç auf die Lkw-Fahrer. Fotos: privat

MV für Kobanê: Rostocker treffen Flüchtlinge und informieren sich vor Ort über die Lebensbedingungen.

svz.de von
21. Dezember 2014, 06:00 Uhr

„Wir wollten helfen, konnten es und werden weitermachen“, sagt der Rostocker Rechtsanwalt Thomas Wanie von der Initiative MV für Kobanê. Mit drei Mitstreitern war er vom 12. bis 16. Dezember in Suruç in der Türkei, wo zehntausende Kobanêr auf der Flucht vor der Terrororganisation IS untergekommen waren, und verteilte Hilfsgüter aus Rostock.

Wanie, Bistro-Betreiber Bahri Oktan, der aus der Region stammt, und Co besuchten die Zeltlager in der Stadt, kleine Dörfer an der Grenze, Sanitäter, Ärzte, andere Helfer wie Kommunalpoltiker. „Wir wollten wissen, was wirklich vor sich geht“, sagt Wanie. Die Menschen bewegten sie, wie der neunjährige Abdullah, dem sie in einem verlassenen Dorf an der Grenze zu Syrien begegneten. Seine halbe Familie wurde vom IS getötet. Er ist kein Einzelfall, ebensowenig wie es Frauen sind, die von Terroristen angeschossen und vergewaltigt wurden. Medizinische und psychische Betreuung sind große Themen.

Viele Flüchtlinge aus dem syrischen Kobanê kamen in und um Suruç unter, 20 100 in festen Behausungen, weitere 10 700 in fünf Lagern mit 1200 Zelten. 22 000 verteilen sich auf die Dörfer. „Wir waren überrascht, wie gut die Organisation klappt“, sagt Thomas Wanie. Das sei nur durch die Helfer möglich. Der Staat halte sich raus. Und so mangelt es an vielem. Der Lkw aus Rostock mit Kleiderspenden aus ganz MV und einer Ladung der Partnerorganisation aus Hamburg an Bord kam am Montag an. Die Hilfe wird dringend benötigt. Nasse Kälte plagt die Menschen. Wie Abdullah haben viele nur, was sie am Körper tragen. „Die Menschen waren bewegt, dass in Deutschland an sie gedacht wird“, sagt Wanie, das helfe ihrer Moral. Sie blicken nach vorn, trotz allem.

Am 29. Januar um 20 Uhr berichten Vertreter der Initiative im Peter-Weiss-Haus vom Erlebten und von weiteren Hilfsplänen.

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