"Likedeeler" vor dem Aus?

<strong>Blicken in eine ungewisse Zukunft:</strong> Vereinsvorsitzender Wolfdietrich Barmwoldt und Heimleiterin Kerstin Micheel<foto>inny</foto>
Blicken in eine ungewisse Zukunft: Vereinsvorsitzender Wolfdietrich Barmwoldt und Heimleiterin Kerstin Micheelinny

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11. März 2013, 06:52 Uhr

Schmarl | Der Förderverein Likedeeler bangt um seine Existenz - statt 100 000 Euro soll der Verein aufgrund gekürzter Fördermittel nur noch 85 000 Euro bekommen. "Diese Kürzung können wir nicht überstehen", sagt Vereinsvorsitzender Wolfdietrich Barmwoldt (72). Von dem Geld müssen ein Pädagoge und ein Techniker bezahlt werden. Die Rechnungen, die durch den Betrieb und die Instandsetzung des Jugendschiffs entstehen, sind von dem geringen Budget nicht mehr zu bezahlen. Auch Werbung für das Schullandheim sei nicht mehr drin. "Wir sind auf unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter und Fremdförderungen angewiesen", sagt Barmwoldt.

Allein in diesem Jahr kommen hohe Zusatzkosten auf den Verein zu: Die Masten werden saniert. Sie müssen von Rost befreit und neu gestrichen werden. Mit 30 000 Euro rechnet der Verein. "14 000 Euro kostet schon das Gerüst", so der Vorsitzende. Er ist dankbar, dass eine Gerüstbaufirma mit einigen Partnern den Betrag sponsert. Zusätzliche Unterstützung bekommt der Förderverein durch Bürgerarbeit.

Im Augenblick kann der Vorstand aber etwas durchatmen. Solange die frostigen Temperaturen anhalten, ruhen auch die Reparaturarbeiten. Aber wenn es im Frühjahr taut, werden auf der "Likedeeler" weitere Instandsetzungen anstehen. An Deck müssen rostige Stellen entfernt werden und auch das Schwimmzeugnis wird in diesem Jahr erneut abgenommen. Die Baltic-Taucher untersuchen das Unterwasserschiff auf Schäden und Risse. "Ich denke, dass wir damit keine Probleme haben werden", sagt Barmwoldt. Ein anderes Ergebnis möchte er sich gar nicht ausmalen.

Über Wasser halten kann sich der Förderverein nur mit Hilfe des Schullandheims. Das Geld, das die Gäste für Übernachtungen an Bord des ehemaligen Holztransportschiffes bezahlen, wandert direkt in die Instandsetzung des Schiffes. "Glücklicherweise sind wir von März bis Oktober gut gebucht", sagt Kerstin Micheel, Leiterin des schwimmenden Schullandheims. Während der Wintermonate werden die 15 Kammern jedoch nur vereinzelt gebucht. In dieser Zeit bietet das Schullandheim verstärkt Tagesprogramme an. "Wir veranstalten Faschings- und Firmenfeiern und betreuen Kinder während der Winterferien", so Micheel. Unter Anleitung lernen sie, maritime Zier- oder Gebrauchsknoten zu knüpfen. "Unter anderem mikroskopieren wir, basteln mit Bernsteinen und beschäftigen uns mit Fossilien", so die Leiterin. Neben dem Schullandheimbetrieb hat Micheel auch einen Überblick über die Buchhaltung der "Likedeeler". Für sie ist eindeutig: "Beide Projekte brauchen sich gegenseitig." Ohne die finanzielle Stütze des Schullandheims ließe sich das zur Vogelserie gehörende Schiff nicht weiter bewirtschaften. Wie es trotz Einsparungen mit der Kinder- und Jugendarbeit am Schmarler Standort weitergehen soll, wissen beide nicht.

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