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18. November 2017 | 04:07 Uhr

Liebherr weiter auf Expansionskurs

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 07:31 Uhr

Rostock | Knapp 15 Zentimeter dicke Stahlplatten werden geschnitten und gebogen, als wären sie einfaches Papier. Im Akkord laufen auch die Schweiß- und Montierarbeiten: Der Produktionsstandort Rostock des Unternehmens Liebherr floriert. Obwohl die Norderweiterung noch nicht ganz abgeschlossen ist und auch die zweite Stahlbauhalle erst in diesem Jahr fertiggestellt sein wird, überlegt das Unternehmen nun erneut, den Standort auszubauen. So könnte künftig eine weitere Montagehalle in Auftrag gegeben werden.

Seit das Unternehmen 2002 mit der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero) den Vertrag zur Ansiedlung der Produktionsstätte Liebherr-MCCtec Rostock im Seehafen geschlossen hat, ging es für die Sparte Maritime Kräne wirtschaftlich fast ausschließlich bergauf. Auch die Weltwirtschaftskrise konnte dem Unternehmen nicht viel anhaben.

Weltmarktführer bei Produktion von Hafenmobilkränen

Zwar war auch im Rostocker Werk zeitweise Kurzarbeit nötig, doch niemand musste gekündigt werden. Der Liebherr-Betriebsingenieur Mathias Weuffen räumt ein: "Die Zahl der Leasing-Kräfte musste allerdings angepasst werden." Heute sind 815 Mitarbeiter, 225 Leasing-Kräfte und 110 Auszubildende in Rostock beschäftigt.

Das gesamte Unternehmen könne Weuffen zufolge auf eine jährliche Wachstumsrate von zirka zehn Prozent verweisen. 2010 wurden 7,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Um dauerhaft auf dem Markt bestehen zu können, seien Investitionen unabdingbar und neue Produkte auf dem Markt von großer Bedeutung. Denn der wachsende Druck aus Fernost macht dem Unternehmen zu schaffen. Die Konkurrenz aus Asien hat vor allem einen Wettbewerbsvorteil bei den Offshore-Kränen und den Containerstaplern. Liebherr ist jedoch weiterhin Weltmarktführer bei den Hafenmobilkränen. Das liege nicht nur an der Qualität, sondern auch an der Schnelligkeit, so Weuffen. Im Schnitt beginnen alle drei Tage die Bauarbeiten für einen neuen Hafenmobilkran. Sechs Monate dauert der Fertigungsprozess. Trotzdem kann das Unternehmen innerhalb weniger Wochen das Produkt liefern, denn die Mitarbeiter bauen auch ohne Auftrag und produzieren vor. Der Kunde könne später trotzdem Sonderwünsche einbringen.

Obwohl derzeit alles auf Wachstum steht und weitere Investitionen möglich scheinen, bleibt Weuffen zurückhaltend, was Aussagen über die Zukunft angeht. Möglich scheint viel zu sein. Auch über zwei neue Hub-Fahrzeuge wird aktuell nachgedacht, die jeweils 200 Tonnen heben und bewegen können. Denn der Trend zeigt: Alles wird größer und schwerer. Aus diesem Grund wurde während der vergangenen zwei Jahre auch die neue Stahlbauhalle gebaut. Sie ist so lang, dass die Mitarbeiter mit dem Fahrrad von A nach B fahren - 736 Meter trennen die Kollegen im Extremfall voneinander.

Ein Problem hat jedoch auch das Erfolgsunternehmen zu beklagen: Facharbeiter fehlen. Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Seit einem Jahr hat das Unternehmen am Standort Rostock eine eigene Akademie. Langfristig soll damit für genug Nachwuchs gesorgt sein.

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