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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 20:46 Uhr

Warnemünde : Liebesschwur an der Möwe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Im Ostseebad fehlt Platz für Schlösser. Ritual wird immer beliebter – aber an Kunstwerken sorgt es für Ärger.

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Sie werden immer beliebter und sind bei anderen umstritten: die Liebesschlösser in Warnemünde. Seit die vollgehängte Kette an der Bahnhofsbrücke entfernt und im Bauhof des Tiefbauamtes eingelagert wurde, fehlt Verliebten eine Alternative in Wassernähe. Denn die Liebenden werfen die Schlüssel in den Alten Strom und hoffen so, dass ihr Glück ewig hält.

Eine stählerne Kette hängt jetzt neben Werner Stötzers Skulptur „Die große Stehende“ auf der Westmole. Dort sind etliche Schlösser angebracht. Am Strand von Elmenhorst und anderen Plätzen finden sich weitere. Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius hatte schon eine Idee, wie mit den Liebesbeweisen umgegangen werden könnte. „Die stieß bei anderen Beteiligten aber nicht auf Gegenliebe. Jetzt hat er das Kulturamt um Hilfe gebeten“, teilt Bausenator Holger Matthäus (Grüne) mit. „Ich kann mir gut vorstellen, im Bereich der neu zu beplanenden Mittelmole Standorte zu finden. Kurzfristige Alternativen sind nicht in Aussicht“, sagt er, setzt aber zugleich auf Vorschläge von Warnemündern, Touristen und Rostockern: „Wer hat wo welche Ideen?“, fragt er.

Was jetzt bei aller Sympathie für das Ritual die Warnemünder Gemüter erhitzt: Neuerdings macht dieser Brauch nicht mehr vor Kunstwerken halt. Und das geht den Einheimischen zu weit. Gerade im August hat ein Paar den gemeinsamen Schwur „Für immer Dein“ an den Fuß der Bronzemöwe der Bildhauerin Regina Lange aus Jena befestigt. Das Möwenpaar ist 1999 im Zuge der Kunstkonzeption für den Alten Strom angefertigt worden. Und selbst wenn es an Platzalternativen mangelt: Hier sollten keine Liebesschlösser angebracht werden.

Fakt ist: Die Liebesschlösser haben Sogkraft, viele Paare haben hier geheiratet und kommen später zurück, um zu gucken, ob ihre Ketten noch da sind. Das kurbelt den Tourismus an. „Warnemünde hat sich als beliebter Ort zum Heiraten einen Namen gemacht und lockt Paare aus ganz Deutschland an die Ostseeküste“, sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. „Das vermehrte Anbringen von Liebesschlössern unterstreicht die Verbundenheit, die Hochzeitspaare, Urlauber und Einheimische zum Seebad haben“, sagt er und ergänzt: „Aus touristischer Sicht wäre es für die Gäste ein schöner Mehrwert, wenn für das Anbringen eine langfristige Lösung zur Verfügung stehen würde, die gleichzeitig die Bausubstanz nicht beeinträchtigt.“



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