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18. November 2017 | 02:16 Uhr

Liebesbeweis zum Anhängen

vom

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2013 | 11:26 Uhr

Rostock | Der Valentinstag hat Spuren hinterlassen. Denn mittlerweile schwappt der Trend, der in anderen deutschen Städten und nicht zuletzt auch in Warnemünde bereits angekommen ist, auch nach Rostock über. Liebesschlösser zieren seit wenigen Tagen die Aussichtsplattform am Wall. Kaum durch die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung und -entwicklung (RGS) an die Stadt übergeben, erobern die Rostocker das Bauwerk am Kröpeliner-Tor-Vorplatz für sich.

Liebesschlösser sind kleine Vorhängeschlösser, auf denen Liebende ihre Namen oder Initialen, manchmal auch das Datum ihres Jahrestages eingravieren. Diese werden dann in der Regel an einer Brücke aufgehängt und der Schlüssel in das darunter fließende Gewässer geworfen. Die Liebenden wollen so zeigen, dass sie für immer zusammengehören. Woher der Brauch ursprünglich stammt, ist unklar. Erste Hinweise finden sich aber in Italien, wo die Florentiner Ponte Vecchio und die Milvische Brücke in Rom für ähnliche Liebesbeweise benutzt wurden. Heute handelt es sich um ein weltweites Phänomen. In Deutschland ist die Hohenzollernbrücke in Köln hervorzuheben, die vor Liebesschlössern geradezu überquillt - ein echter Hingucker.

In Warnemünde ist die Bahnhofsbrücke seit einiger Zeit Anlaufpunkt für Pärchen. Hier sind vier Ketten, die eigentlich zu Absperrungszwecken aufgehängt wurden, zu Plätzen für die kleinen Liebesbeweise geworden. Doch nicht nur Verliebte, auch Touristen finden Gefallen an den Schlössern. Sie bleiben stehen, staunen und fotografieren. Matthias Fromm, Tourismusdirektor für Rostock und Warnemünde, sagt: "Aus touristischer Sicht freuen wir uns natürlich über so eine Liebesdynamik in der Stadt. Das ist für unsere Gäste ein emotionales Erlebnis vor Ort." Und nicht zuletzt liege die Warnemünder Vogtei als beliebter Ort zum Heiraten in Sichtweite der Liebesschlösser im Ostseebad.

Die Meinungen der Rostocker reichen von wohlwollender Gleichgültigkeit bis hin zu Begeisterung. Dabei stoßen die Liebesschlösser andernorts nicht unbedingt auf Sympathie. So hat die Stadt Berlin das Anbringen der metallenen Liebesbeweise verboten. Und auch in Rom gab es Kritik, nachdem eine Laterne unter der Last der Schlösser umkippte. Zeitweise stellte die Stadt darum Ersatzvorrichtungen auf, um den Verliebten Alternativen zu bieten. Auch das Wegwerfen der Schlüssel wird nicht überall gern gesehen.

In Rostock gibt es bislang keine Überlegung, das Anbringen der Schlösser zu verbieten - wohl auch, weil sich der Brauch hier noch in Grenzen hält. "Das Tiefbauamt und das Grünamt werden diesen Trend dulden", teilt Rathaussprecher Ulrich Kunze mit. Allerdings nur so lange, wie statische Belange nicht berührt und das Material der Geländer nicht beschädigt wird.

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