Mahnendes Rostock : Lichtenhagen gedenken – auch für Groß Klein

<p>„Lichtenhagen begreifen“: Mit einer Gedenkkundgebung wird in Rostock  an die Ausschreitungen  von 1992  erinnert. </p>
Foto:
1 von 2

„Lichtenhagen begreifen“: Mit einer Gedenkkundgebung wird in Rostock  an die Ausschreitungen  von 1992  erinnert.

Bündnis organisiert Kundgebung auf dem Neuen Markt und übt Kritik an der Stadt

von
24. August 2016, 21:00 Uhr

Zum 24. Jahrestag des Pogroms von Lichtenhagen hat das Bündnis Rostock nazifrei gestern eine Gedenkkundgebung auf dem Neuen Markt organisiert.

„Es ist beschämend, dass die Stadtverwaltung selbst keine Veranstaltung macht und wir das als Zivilgesellschaft in die Hand nehmen müssen“, sagt Versammlungsleiter Matthias Siems von Rostock nazifrei. Neben Redebeiträgen und einer Ausstellung vom Verein bunt statt braun wurde eine Soundcollage präsentiert – Geräusche von klirrendem Glas, Mitschnitte von Anrufen von verzweifelten Menschen aus Lichtenhagen, die um Hilfe flehten, Gespräche mit Zeitzeugen. „Es ist wichtig, aktuell noch mal zu erinnern“, sagt Anette Niemeyer vom Bündnis. Sie will aufzeigen, wohin Rassismus führen kann. Anlass für die Kundgebung unter dem Titel „Lichtenhagen begreifen“ waren auch die Vorfälle in Groß Klein – die fremdenfeindlichen Proteste, der Rückzug der Stadt für Flüchtlingstreff und -Unterkunft, sagt Siems. Sie würden das für falsch halten, so der Organisator.

Einer, der diese Entscheidung mitgetragen hat, war Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Er kam privat zum Gedenken. „In Lichtenhagen hat man über Wochen und Monate einem unkontrollierten Zustand zugeguckt. Dieses Mal haben wir das bewusst nicht getan – wenn auch mit Mitteln, die nicht allen gefallen – auch mir nicht“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen