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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 05:15 Uhr

Rostock Warnemünde : Leuchtturm weist feine Risse auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Experten prüfen jetzt die Substanz des Seezeichens.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 06:20 Uhr

„Der Warnemünder Leuchtturm ist in seinem Bestand gefährdet“, sagt Holger Brydda. Das Wahrzeichen fällt in die Zuständigkeit des Chefs vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA). Bei einer Routineuntersuchung sind feine Risse am Mauerwerk entdeckt worden. Das klinge ernst, sei aber trotzdem kein Grund zur Panik, betont Brydda.

Das WSA handelt und wendet für den Leuchtturm ein äußerst präzises Messprogramm an. Dafür waren gestern der neue Bauwerksingenieur Frank Kahn und seine Kollegen am Turm. Sie setzen in verschiedenen Höhen etwa 50 Messmarken. „Man kann auf den Fünfzigstelmillimeter genau messen bei diesem Verfahren“, erklärt Kahn. Die nächsten Messungen erfolgen im Frühjahr, dann kann man bereits Veränderungen erkennen. „Bis seriöse Prüfergebnisse vorliegen, können bis zu sechs Jahre vergehen“, sagt Brydda und ergänzt: „Auch zu den Ursachen können wir noch keine Aussagen treffen. Der WSA-Chef benennt einen Konflikt: „Rein fachlich nimmt die Bedeutung des Leuchtturms als Seezeichen ab, weil die Schiffe heutzutage durch die moderne Computer-Technik nicht mehr so stark wie früher auf ihn angewiesen sind“, so Brydda. Dem gegenüber steht aber die enorme Bedeutung als Denkmal und für den Tourismus.

Doch sollten die Kosten zu hoch werden, dann gibt es Erklärungsbedarf gegenüber der Bundesbaubehörde. Aber da ist sich Brydda sicher, dass er auf den Leuchtturm-Verein zählen kann, der ehrenamtlich das technische Denkmal betreut und die Eintrittsgelder für kulturelle und soziale Zwecke stiftet. „Das muss man sehr hoch anerkennen, was die Männer da ehrenamtlich seit Jahren leisten“, sagt Brydda. Er erinnert daran, dass im Jahr 2007 der Warnemünder Leuchtturm das erste Bauwerk seiner Art war, bei dem die Instandsetzung eines Schmuckringes über der Eingangstür durch Eintrittsgelder vom Förderverein Leuchtturm und Geld vom Bund gemeinsam realisiert worden ist. Auch Klaus Möller, Vorsitzender des Fördervereins, kennt das aktuelle Problem. „Es sind feine Risse“, bestätigt er und sagt: „Wir müssen die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten und dann sehen, wie wir damit gemeinsam umgehen. Alles andere ist für mich Spekulation.“

Unabhängig davon, ob die Bedeutung des Turms als Seezeichen sinkt: „Es ist ein aktives Seezeichen und dazu ein Denkmal“, sagt Möller. Der Erhalt des Leuchtturms steht an oberster Stelle der Satzung des 1994 gegründeten Fördervereins. Und auch wenn das Bauwerk in der Zuständigkeit des WSA ist: „Wenn unsere Hilfe benötigt wird, ist es für uns keine Frage, dass wir dabei sind“, sagt Möller.

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