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24. Oktober 2017 | 04:32 Uhr

Letzter Feinschliff für die Eishalle

vom

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 05:40 Uhr

Hansaviertel | Hinter den Kulissen der Eishalle rattern schon seit eineinhalb Wochen die Kältemaschinen. Bevor am Sonnabend um 19 Uhr mit einem Mitternachtseislaufen die neue Saison beginnt, legen die drei Eismeister der Halle noch letzte Hand an. Sie wollen den Freizeitläufern, Shorttrackern, Eiskunstläufern und Eishockeyspielern perfekte Bedingungen bieten.

Anlagenwart Jürgen Thermann und seine beiden Kollegen Uwe Peters und Hans Burmeister haben alle Hände voll zu tun, die 30 mal 60 Meter große Fläche zu präparieren. "Eismachen hängt von vielen Faktoren ab", sagt Thermann. Entscheidend seien vor allem die Außen-, Hallen- und Oberflächentemperatur der 20 Zentimeter dicken Betonplatte, die das Fundament bildet. "Das ist jedes Jahr unterschiedlich", so der 52-Jährige. Über einen Kühlkreislauf unter der Betonplatte wird die Temperatur der Halle so stark heruntergefahren, dass der Boden bereift. Darauf kommt dann eine fünf Zentimeter dicke Wasserschicht, die nach und nach vereist.

"Wir haben öfter neugierige Läufer, die mit ihrem Schlittschuh ein Loch ins Eis machen, um zu sehen, was darunter ist", sagt Thermann. Die seien dann meist enttäuscht, wenn sie an der unspektakulären Betonplatte ankommen. Für die Spezialisten bedeutet die Neugier allerdings Zusatzarbeit. Sie müssen die Löcher wieder flicken. Dazu kippen sie einfach ein wenig heißes Wasser darüber oder stopfen das Loch mit ein wenig nassem Schnee. Anschließend glätten sie die Fläche mit der Eismaschine. "Das Abschaben funktioniert wie beim Rasieren", sagt Thermann.

Allerdings sei es wegen der hohen Auslastung und Beanspruchung der Halle schwierig, überhaupt genug Zeit für die Pflege zu finden. Gerade nach dem Wochenende, wenn die Freizeitläufer und die Eishockey-Spieler der Piranhas der Fläche arg zugesetzt haben, "haben wir stramm zu tun", so Thermann. Deswegen ist der Montagvormittag für die Eismeister reserviert. Thermann ist mit 18 Dienstjahren der erfahrenste unter ihnen. "Vorher war ich in der Wasseraufbereitung der Schwimmhalle tätig - von der Eishalle war ich aber sofort fasziniert." Es sei einfach mal eine ganz andere Arbeit gewesen. Von seinem damaligen Lehrmeister Peter Deutschmann, der 40 Jahre Herr des Rostocker Eises war, habe er viele Tricks und Kniffe gelernt. Zum Beispiel, mit einer Bohrmaschine die Dicke des Eises zu messen.

Auch die Temperatur muss konstant im Minusbereich liegen. Wie stark die Eismeister regulieren müssen, hängt wieder von mehreren Faktoren ab. "Bei minus 20 Grad Celsius draußen muss ich nicht so stark eingreifen, wenn 2000 Menschen in der Halle sind, schon", sagt Thermann. Letzteres sei gerade bei den Spielen der Eishockeyprofis der Fall. "Der Sport ist populär, die Besucherzahlen haben zugenommen in den vergangenen Jahren", sagt der Eismeister. Dazu trage auch das Alleinstellungsmerkmal Eishalle selbst bei. "Wir sind die Einzigen in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Halle dieser Größe", sagt Thermann. Die nächsten gebe es erst wieder in Timmendorf, Hamburg und Berlin. Für die Öffentlichkeit ist die Rostocker Halle bis April immer freitags, sonnabends, sonntags und mittwochs geöffnet.

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