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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 01:13 Uhr

Rostock : Letzter Akt für die Bürgerschaft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gemeindevertreter schließen die alte Wahlperiode mit Festveranstaltung im Rathaus ab und fordern eine bessere Kommunikation

von
erstellt am 19.Jun.2014 | 09:00 Uhr

Das wars: Zum Abschluss der fünften Wahlperiode hat die Bürgerschaft gestern zur Festveranstaltung in das Rathaus eingeladen. Gekommen waren neben den Mitgliedern selbst auch Einwohner, Vertreter aus Verwaltung, Ortsbeiräten und Wissenschaft. Sie nutzten die Gelegenheit vor allem dazu, die Arbeit des für Rostock richtungsweisenden Gremiums in den vergangenen fünf Jahren zu reflektieren.

„Es waren 7817 Drucksachen, die die ehrenamtlichen Mitglieder bearbeitet haben“, sagt Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU). Beispielsweise mussten sie über das Schicksal von Hansa Rostock, die Ehrenbürgerschaft für Bundespräsident Joachim Gauck oder die Zukunft des IGA-Parks entscheiden. Auch die Gestaltung des Gedenkortes für NSU-Opfer Mehmet Turgut und der Bau des Darwineums fielen in die abgelaufene Wahlperiode. „Die vielfältigen Aufgaben können nur im Zusammenspiel zwischen den beiden Organen Bürgerschaft und Verwaltung gelöst werden“, so Jens. Politisches Streben müsse jederzeit darauf ausgerichtet sein, das Gemeinwohl optimal zu gestalten.

Prof. Nikolaus Werz vom Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaft der Uni Rostock sieht dabei derzeit drei Dinge als entscheidend für die Hansestadt an: Weltoffenheit, die Stärkung der jungen Kulturszene und den 2018 anstehenden Stadtgeburtstag. Letzterer beflügele eine Vielzahl von Vorhaben. Allerdings gebe es in Rostock auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer noch Nachholbedarf in der Hansestadt: „Der Prozess der Selbstermächtigung ist noch nicht abgeschlossen.“ Anders als in westlichen Hansestädten wie Hamburg oder Bremen fehle es an einem ausgeprägten Mäzenentum. Das müsse die Bürgerschaft kompensieren. „Dabei darf sie sich nicht in kleinlichen Konkurrenzkämpfen verzetteln“, so Werz.

Genau das sei aber in den vergangenen Jahren geschehen, so Prof. Ralf Friedrich (SPD). „In Bezug auf die Verständigung zwischen Bürgerschaft und Verwaltung mit dem Oberbürgermeister an ihrer Spitze ist die Politik schwieriger geworden“, sagt der 74-Jährige. Er wird als an Jahren ältestes Mitglied die konstituierende Sitzung der neuen Bürgerschaft am 2. Juli eröffnen. Friedrich ist wie sein Parteikollege Rainer Albrecht, Andreas Engelmann (Linke) und Harald Terpe (Grüne) seit 1990 in der Kommunalpolitik aktiv. Dafür wurden sie gestern von Städtetag-Geschäftsführer Michael Thomalla mit der Ehrennadel für langjähriges kommunalpolitisches Engagement ausgezeichnet. Die erhielten auch Barbara Cornelius (SPD), Sabine Friesecke (CDU), Christel-Katja Fuchs (Rostocker Bund), Detlev Harms (Für Rostock) und Götz Kreuzer (Linke) für jeweils 20 Jahre Engagement.

 

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