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20. November 2017 | 22:26 Uhr

Letzte Chance für die brutalen Schüler

vom

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2013 | 08:04 Uhr

Rostock | Sie gingen mit einer ganzen Bande auf Raubzüge durch die Rostocker Innenstadt: Justin M. (14) und Arnold St. (15) bekommen dafür eine Jugendstrafe von zwei Jahren. In nicht öffentlicher Sitzung verurteilte die Jugendkammer des Landgerichts Rostock die beiden Schüler gestern wegen besonders schweren Raubes, Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Diebstahls. Die Jugendkammer hielt sie für schuldig, mit älteren Freunden, die in einem anderen Verfahren bereits verurteilt wurden, in Rostock von Mai 2012 bis zum 20. Januar 2013 ihr Unwesen getrieben zu haben. Die Schüler wurden für 19 Straftaten verantwortlich gemacht. Sie sollen Bürger in der Innenstadt in Angst und Schrecken versetzt haben.

Soweit in öffentlicher Sitzung festgestellt, haben sie mit anderen Tätern mehrere Rostocker Bürger mit einer CO 2 -Waffe bedroht und beschossen, um von ihnen Bargeld und Handys zu erpressen. So überfielen sie am 20. Januar 2013 einen Studenten am Neuen Markt und raubten ihn aus. Am 15. Januar 2013 beobachteten sie einen Autofahrer in der Gutenbergstraße dabei, wie er seine Aktentasche in sein Auto legte. Der Fahrer wurde abgelenkt, indem die Mittäter ihn mit harten Schneebällen bewarfen. Indessen öffnete Arnold St. die hintere Wagentür und nahm die Aktentasche mit Handys und Bargeld an sich. Die Angeklagten stahlen Fahrräder, beschossen mit der Gasdruckpistole Wohnungsfenster. Sie schlugen in einer weiteren Nacht am Neuen Markt auf einen Mann ein, bis er zu Boden ging, und erleichterten ihn um sein Bargeld, die Monatskarte für die Straßenbahn und sein Handy. Sie zündeten Abfallbehälter an, attackierten ihre Opfer mit Pfefferspray, wenn sie sich wehrten, durchsuchten in Schulen die Umkleideräume nach Geld und schlichen sich in ein Tanzstudio Am Wendländer Schilde, wo sie ebenfalls die abgelegte Garderobe durchsuchten und Wertgegenstände an sich nahmen. Einige der Opfer wurden bei den Überfällen verletzt und mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. In der Eröffnungsverhandlung am 3. Juni legten Arnold St. und Justin M. ein umfangreiches und glaubwürdiges Geständnis ab. Sie bereuen ihre Taten.

Die Schüler wurden am 20. Januar festgenommen und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Die nächsten Monate werden sie getrennt in unterschiedlichen Jugendheimen der Jugendgerichtshilfe verbringen. In spätestens sechs Monaten wird ihr Verhalten dort überprüft und danach festgelegt, was mit ihnen geschehen soll. Entweder müssen sie dann die Strafe verbüßen oder sie wird zur Bewährung ausgesetzt. Justin M. und Arnold St. haben also ihre Zukunft selber in der Hand. Ein neues Gesetz macht das möglich.

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