Rostock : „Let’s Dance“: Tanzprofi sorgt für weiche Knie

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Rafael und Elena Murtasin bringen seit zehn Jahren Menschen in Lütten Klein Samba, Cha-Cha-Cha, Walzer und Co. bei.

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30. Januar 2018, 12:00 Uhr

„Promenade, jetzt öffnen – aufdrehen, zusammen... und bitte weiche Knie“, tönt es durch den Saal. Sechs Paare wirbeln zur Musik und nach Anweisungen von Rafael Murtasin übers Parkett. Das Tanzen bringt den Männern und Frauen so viel Freude, dass sie ihrem Gruppennamen alle Ehre machen: die Tanzsterne strahlen bei Samba, Cha-Cha-Cha und Co.

„Es ist hier wirklich familiär“, lobt Claudia Goldbach das Ambiente der seit zehn Jahren bestehenden Tanzschule. „Nie fällt ein böses Wort, Rafael hat unendliche Geduld und ist immer herzlich“, ergänzt Liane Dohse. Die Männer und Frauen, die seit mindestens vier Jahren einmal pro Woche auf den Lütten Kleiner Boulevard kommen, wollen ihren Dienstagstermin nicht mehr missen. „Man macht etwas zusammen als Paar, bewegt sich und muss keine Scheu haben, wenn man auf Hochzeiten oder Veranstaltungen eingeladen wird“, sagt Martin Goldbach.

Eigene Turnierkarriere für die Schüler beendet

Um ihren Trainern eine Freude zu machen, hat die Dienstagsgruppe für die Feier zum zehnjährigen Bestehen einen eigenen Tanz einstudiert. Die Kostüme dafür hat Christel Huhndorf extra genäht. „Das hat uns so überrascht und riesig gefreut“, sagt Rafael Murtasin. Die Rührung ist dem 52-Jährigen anzusehen. Das Tanzen ist seine Lebensaufgabe und war auch der Grund dafür, dass er sich zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern vor 18 Jahren nach Deutschland aufmachte.

Eigentlich wollte die Familie nach Schwerin, wurde aber nach Rostock zugewiesen, wo erst einmal das Lernen der deutschen Sprache und eine Ausbildung für beide anstand. „Wir haben dann im Hotel Nienhäger Strand angefangen, ich als Kellner, meine Frau als Köchin“, blickt Murtasin zurück. Doch der Traum einer eigenen Tanzschule begleitete die Familie, bis es sechs Jahre nach ihrer Ankunft in Rostock endlich soweit war. „Am 2. Januar 2007 haben wir eröffnet – mit sechs Paaren, wir waren überglücklich“, sagt der Tanztrainer. Während er das Angebot immer weiter ausbaute, arbeitete seine Frau anfangs noch weiter im Hotel, bis sie voll mit einstieg.

Mittlerweile geben beide zwischen sechs und acht Kurse pro Tag – an fünf Tagen der Woche. Von Standard über Latein bis hin zu Zumba, Hip-Hop oder Tanzen für Kinder und Senioren: das Angebot ist vielfältig und die Teilnehmer zwischen dreieinhalb und 81 Jahren alt. „Wenn eine Gruppe einen Auftritt oder Wettkampf hat, dann fahre ich natürlich am Wochenende auch dort noch mit hin“, erklärt der Kirgise, der mit seiner Frau bis 2016 selbst noch Turniere und Meisterschaften getanzt und zahlreiche Preise gewonnen hat.

Ihre Turnierkarriere haben die Murtasins aufgegeben, stecken all ihre Energie in die Ausbildung und hoffen auf viele weitere Jahre, um Menschen in Bewegung zu bringen.

Mögliche Nachfolger gebe es bereits, wenn auch nicht aus der eigenen Familie. Denn Tochter Regina hat bereits eine eigene Tanzschule und Sohn Eduard macht in Hamburg eine Ausbildung am Flughafen. „Aber die Trainer unserer sehr erfolgreichen Hip-Hop-Gruppe Royal Flush haben schon mal gesagt, dass sie die Schule übernehmen würden, wenn wir alt sind“, erklärt Rafael Murtasin und macht sich auf den Weg in den Tanzsaal, wo schon die nächsten Kursteilnehmer auf ihn warten.

 Schauspieler Thomas Drechsel und Profitänzerin Regina Luca.
Bernd Settnik

 Schauspieler Thomas Drechsel und Profitänzerin Regina Luca.

 

Ihre Tochter bringt Promis ins Schwitzen

Nicht nur Elena und Rafel Murtasin leben ihren Tanztraum, sondern auch Tochter Regina. Bereits mit fünf Jahren stand sie das erste Mal auf dem Parkett, wurde nach dem Umzug nach Deutschland sechsfache Landesmeisterin in MV in Standard und Latein, außerdem Norddeutsche Meisterin, Finalistin der Landesmeisterschaft in NRW sowie Finalistin und Semifinalistin der IDSF Internationalen Open.

Einem großen Publikum wurde Regina Murtasina als Profi der RTL-Show „Let’s Dance“ bekannt, in der sie 2015 mit GZSZ-Schauspieler Thomas Drechsel auf dem 5. Platz landete. 2016 bekam die 29-Jährige für die Fernseh-show dann Fußball-Legende Thomas Häßler an die Seite gestellt und schied mit ihm in der fünften Runde aus. 2017 pausierte Regina, die mittlerweile den Nachnamen ihres Mannes, Profitänzer Sergiu Luca, trägt, für die Geburt des gemeinsamen Sohnes Lenn. In diesem Jahr ist das Ehepaar wieder bei „Let’s Dance“ dabei. Außerdem betreiben beide eine eigene Tanzschule in Karlsruhe und arbeiten auch als Choreografen.

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