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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 07:09 Uhr

Lernfelder gemeinsam abgesteckt

vom

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 09:29 Uhr

Rostock | Am 16. September beginnt in der Schifffahrtsschule des Aus- und Fortbildungszentrums Rostock (AFZ) das neue Lehrjahr. Für Mark Grunenberg und Markus Kittmann von der heimischen Reederei Laeisz hat es praktisch mit der Sicherheitsgrundausbildung schon begonnen. Ihnen werden weitere folgen. Insgesamt 17 Neue haben sich für die im Herbst beginnende Ausbildung zum Schiffsmechaniker im Rostocker AFZ angemeldet - somit wieder mehr als in den Vorjahren. Sie kommen von Reedereien wie Peter Döhle, Braren, Laeisz, Oltmann, Rambow und der RF Forschungsschifffahrt sowie den Wasser- und Schifffahrtsämtern Stralsund und Wilhelmshaven und dem BSH. Die verstärkte Förderung der Ausbildung, die neben den staatlichen Hilfen nun auch durch einen Fonds der Reeder gestützt wird, zeigt offenbar Wirkung. Immerhin stehen den Reedereien pro Ausbildungsjahr dafür auch 67 000 Euro zur Verfügung, wie Verdi-Gewerkschafter Peter Geitmann offenbart. Wobei er und seine Mitstreiter hoffen, dass das in der Beschäftigung noch seinen Niederschlag findet und auch frischgebackene Absolventen von Hoch- und Fachschulen an Bord wieder mehr gefragt sind.

37 Schiffsmechaniker-Azubis in der Erstausbildung

In den drei Blocks der Erstausbildung absolvieren gegenwärtig im AFZ in Rostock-Marienehe insgesamt 37 Azubis die Lehre zum Schiffsmechaniker. Um den Reedern an den drei deutschen Ausbildungsstandorten Elsfleth, Travemünde und Rostock vergleichbare Bedingungen und Standards entsprechend internationaler Konventionen zu bieten, haben die Lehrausbilder aller Standorte bei einem Treffen in Peine 16 Lernfelder detailliert abgestimmt, berichtet Stephan Szancsik, der Leiter der Schifffahrtsschule. Nach der neuen Ausbildungsverordnung, die voraussichtlich Mitte September rechtskräftig wird, verlängern sich die Schulblocks von zehn auf zwölf Wochen. Eine Verkürzung der dreijährigen Lehrzeit ist nicht mehr möglich. Die Zwischenprüfungen werden aufgewertet und bereits zu etwa einem Drittel Bestandteil des Examens. Die Azubis müssen sich also von vornherein auf den Hosenboden setzen.

Die neuen Regeln betreffen die neuen Verträge, für die alten gibt es noch eine Übergangszeit von ein bis zwei Jahren, so Szancsik. Neben der Erstausbildung, die gemeinsam mit der Beruflichen Schule für Technik der Hansestadt und an Bord der Schiffe der Ausbildungsunternehmen erfolgt, läuft im AFZ auch noch die Fortbildung der Seeleute. Unter Regie von Lehrausbilder Torsten Falke bringen Normann Holst und Maik Köpke Montagmittag vom Hafenkai gerade ein Boot zu Wasser. Sie haben bereits Technikerfahrung bei der Marine beziehungsweise der TT-Line gesammelt und qualifizieren sich nun bei einem Ergänzungslehrgang. Bei den nächsten Abschlussprüfungen, die für Anfang Dezember anberaumt sind, werden sie dann ihr Examen ablegen.

Seit 2012 müssen Seeleute alle fünf Jahre Auffrischungskurse besuchen, bei Sicherheitslehrgängen ihre Einsatzfähigkeit als Rettungsbootsmann und Feuerwehrschutzmann bestätigen. Auch das Hotel- und Cateringpersonal von Kreuzfahrt- und Fährschiffen wird in Sachen Sicherheit gerüstet. Etwa 80 Teilnehmer von Reedereien wie Costa Crociere oder Hapag-Lloyd werden jede Woche in die Mindeststandards für ihre Aufgaben an den Rettungsstationen an Bord der Kreuzliner eingewiesen.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet seit einigen Jahren das Offshore-Sicherheitstraining für Aufgaben beim Bau und der Wartung von Windparks auf See. 400 bis 500 Teilnehmer sind hier jährlich involviert.

Für all diese Aufgaben ist das Personal von den entsprechenden Behörden zertifiziert. Fertigkeiten werden vermittelt, die einen sicheren Umgang mit bordspezifischen Rettungsmitteln, mit persönlicher Schutzausrüstung beim Steigen und Retten auf On- und Offshore-Anlagen sowie eine optimale Gefahrenwahrnehmung ermöglichen. In hausinterner Kooperation wird auch für die Ausbildung der Hafenlogistiker mit der Arbeit als Festmacher vertraut gemacht.

Bis zu 4500 Teilnehmer nutzen das Bildungszentrum

Insgesamt sind es 4000 bis 4500 Leute im Jahr, die die Möglichkeiten der Rostocker Schifffahrtsschule nutzen. Für die zehn Ausbilder, den Leiter und zwei Damen in der Verwaltung sowie einige Honorarkräfte und Aushilfen gibt es also alle Hände voll zu tun. Seemännisches Fachpersonal für die Ausbildung sei also gefragt, um die Ausbildung langfristig abzusichern, erklärt der AFZ-Bereichsleiter. Seit 1994 ist bereits der gebürtige Warnemünder Torsten Falke (55) dabei. Der einstige Lehrbootsmann der "Georg Büchner" hatte nach seiner aktiven Seefahrt in verschiedenen Flottenbereichen der DSR seit 1979 in der damaligen Betriebsschule der Flotte sein Tätigkeitsfeld und gehörte mit Barbara Martens zu jenen, die die Ausbildungsbasis im alten Hafen von Marienehe schrittweise aufbauten.

Inzwischen bilden im AFZ neben den Werkstätten, Laboren und Schulräumen in dem anno 2000 fertiggestellten Neubaukomplex allein sieben Boote, eine Freifallanlage und ein neuer moderner Brandschutzcontainer die sächlichen Rahmenbedingungen für eine gute Ausbildungsbasis.

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