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24. November 2017 | 23:29 Uhr

Leonards Konzept fällt wieder durch

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2012 | 06:52 Uhr

Rostock | Volkstheater-Intendant Peter Leonard muss nachsitzen. Schon wieder. Das ist das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung in dieser Woche. Denn das inhaltliche und künstlerische Konzept für die Zukunft der Rostocker Bühne stieß bei den Mitgliedern des Kontrollgremiums erneut auf Ablehnung. Damit verschiebt sich die Vorlage des dringend benötigten Richtungspapiers in der Bürgerschaft um weitere Wochen, wenn nicht sogar Monate. Bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung hat Leonard jetzt Zeit zum Nachzubessern. Ansonsten könnte die Luft für den künstlerischen Kopf der Rostocker Bühne dünn werden.

Bereits mehrfach hat Leonard nun schon Entwürfe für das Inhaltskonzept vorgelegt. Doch auch die neueste Fassung enttäuschte die Erwartungen. "Der Aufsichtsrat hat das Konzept noch einmal zurückgegeben, weil es nicht ausgereift ist", sagt Eva-Maria Kröger, Fraktionschefin der Linken in der Bürgerschaft und stellvertretende Vorsitzende des Theateraufsichtsrats.

Leonard will Erwartungen so schnell wie möglich erfüllen

Intendant Leonard beteuert: "Ich werde innerhalb kürzester Zeit ein Konzept vorlegen, das die Erwartungen der Gremien erfüllt." Ursprünglich war das Konzept bereits im Frühjahr 2011 fällig. Doch die sich überschlagenden Ereignisse im Volkstheater verschoben den Termin immer wieder nach hinten. Zuerst musste die Schließung des Großen Hauses kompensiert, dann ein neuer Geschäftsführer gefunden und schließlich die Sanierung der maroden Hauptspielstätte begleitet werden. "Es war eine sehr turbulente Zeit im Volkstheater", sagt Leonard. Der Intendant gibt sich optimistisch. Die bisherigen Entwürfe des künstlerischen Konzeptes habe er mehrfach theaterintern, aber auch mit externen Fachleuten diskutiert: "Wir haben versucht, alles miteinzubeziehen. Ich glaube, dass das Konzept mit jedem Schritt besser wird."

Und das sollte es auch. Denn bei der nächsten Aufsichtsratssitzung, die noch in diesem Monat stattfinden soll, könnte es sonst nicht nur um die Zukunft des Hauses, sondern auch um die Zukunft des Intendanten selbst gehen. Denn der Unmut über ihn aus Theaterkreisen und aus den Reihen der Kommunalpolitik wird immer lauter. Leonard ist seit September 2008 Intendant des Rostocker Volkstheaters. Sein Vertrag wurde 2010 für vier Jahre verlängert - läuft also noch bis 2014. Sowohl sein Vorgänger Steffen Piontek als auch der frühere kaufmännische Geschäftsführer, Kay-Uwe Nissen, schieden vorzeitig aus dem Amt. Beiden war es nicht gelungen, das Volkstheater auf einen gesunden Kurs zu bringen. Die Stadt ließ sich den Abgang der beiden Theatermänner einiges kosten und zahlte saftige Abfindungen. Ein Schicksal, das auch Leonard droht?

"Der Intendant betreut ein sehr spezielles Aufgabenfeld, auf dem wir nur Laien sind", räumt Kröger ein. Dennoch: "Ich erkenne eine steigende Unzufriedenheit mit der Arbeit des Intendanten." Das künstlerische Konzept, das von Leonard erwartet wird, soll ein Wegweiser für die inhaltliche Ausrichtung des Theaters bis 2018 sein. Es soll eine Einheit bilden mit dem betriebswirtschaftlichen Konzept sowie dem Strategiepapier für einen Neubau.

Doch gerade das soll Leonard nicht im Blick haben, heißt es von Seiten seiner Kritiker. Was er vorgelegt habe, passe nicht zum betriebswirtschaftlichen Konzept. Leonard streitet dies ab: "Das Papier ist von künstlerischer Seite einheitlich mit dem Wirtschaftsplan des Theaters konzipiert." Die Einhaltung des Wirtschaftsplans allein dürfte aber nicht ausreichen. Schließlich ist eine der Vorgaben an das Volkstheater für die Zukunft: Die Einnahmen sollen gesteigert, Ausgaben gesenkt und somit das heutige Wirtschaftsergebnis deutlich übertroffen werden.

Für den Intendanten dürfte die erneute Zurückweisung durch den Aufsichtsrat eine letzte deutliche Warnung sein. Denn schließlich ist es das Kontrollgremium, dass im Falle seines Versagens eine Abmahnung ausspricht - und damit einen Wechsel an der Theaterspitze vorbereiten kann.


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