Rostock : „Leichtfertig fällt kein Baum“

Rosengewächse wie der Rotdorn haben in Rostock mit dem Birnbaumprachtkäfer zu kämpfen. Das Team Stadtgrün will ihm Herr werden. Fotos: nnn
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Rosengewächse wie der Rotdorn haben in Rostock mit dem Birnbaumprachtkäfer zu kämpfen. Das Team Stadtgrün will ihm Herr werden. Fotos: nnn

Steffi Soldan vom Amt für Stadtgrün: 473 Linden und Co müssen im nächsten Jahr weichen, nachgepflanzt wird für 85 000 Euro

svz.de von
18. November 2014, 11:00 Uhr

Von Herbst bis Frühjahr, bis zur Brutzeit der Vögel, fallen in Rostock Hunderte Bäume. 473 sieht der Baumbericht 2014/2015 als Ergebnis der regelmäßigen Kontrollen des Stadtgrüns vor. Die Pflanzen sind teilweise abgestorben, zu stark von Schädlingen befallen oder ausgefault. Damit stellen sie eine Gefahr für Vorbeifahrende und Passanten dar.

Die Zahl der notwendigen Fällungen sei über die Jahre im Großen und Ganzen konstant geblieben, sagt Steffi Soldan vom Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege. Trotzdem sei es für das Amt nie eine leichte Aufgabe, Linden, Ahorn und Co zu fällen. „Wir sind für den Baumschutz da, nicht für Baumfällungen. Dennoch müssen wir das manchmal tun“, sagt Soldan. Ihre heutigen Schäden haben viele Bäume, die jetzt fallen, noch aus der Wendezeit. „Bäume reagieren auf Vorschäden zeitverzögert“, sagt die Landschaftsarchitektin. Wenn sich selbst die Fachleute unsicher sind, wie es um Stamm und Krone steht, holen sie Gutachter mit speziellen Geräten dazu. Leichtfertig falle in Rostock kein Baum.

Das Alltagsgeschäft des Fachteams Stadtbäume besteht in der Verkehrssicherung. Über die Straße dürfen die Gewächse nur bis 4,5 Meter ragen, am Gehweg nur bis 2,9 Meter. Der Rest muss geschnitten werden. Des Weiteren entnimmt das Team Totholz und pflegt die Bäume. Es besteht aus neun Pflegern, davon drei für Jungbäume, und sechs Kontrolleuren. Eine neue Stelle war gerade erst geschaffen worden, sagt Soldan. „Wir haben viel zu tun.“ Die Baumpfleger sind für die rund 150 000 Bäume im Stadtgebiet und letztlich natürlich auch für die Planung und Überwachung der Nachpflanzungen zuständig.

Ihre Pflicht besteht nur im Ersatz der Alleebäume, um das klassische Bild der Stadt und ihres Grüns zu erhalten. Außerdem haben die Gewächse nicht überall, etwa auf einer windigen Freifläche, gute Chancen anzuwachsen. Mehr als 100 Bäume werden im nächsten Jahr für 85 000 Euro nachgepflanzt. Das Amt ist jährlich über dem Schnitt, sagt Soldan. Nach den nächsten Pflanzungen werden sie 132 Bäume im Plus sein. Wenn der Haushalt steht und noch Mittel bleiben, will sich das Team Stadtbäume um Gelder für weitere Ulmen, Linden oder Kirschen bemühen.

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