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23. November 2017 | 17:39 Uhr

Lehrlinge händeringend gesucht

vom

svz.de von
erstellt am 07.Nov.2011 | 09:03 Uhr

Rostock | Azubi-Mangel in Rostock: Obwohl das neues Ausbildungsjahr schon längst begonnen hat, sind derzeit noch knapp 200 Ausbildungsstellen unbesetzt. Händeringend suchen Firmen und Hotels nach Nachwuchs - oft ohne Erfolg. Vor allem an Köchen fehlt es den Rostocker Restaurants und Hotels. Die Bundesagentur für Arbeit der Hansestadt meldet in ihrem Einzugsgebiet derzeit noch 53 freie Koch-Stellen.

Miese Zeugnisse und reichlich Fehltage

Gerade einmal eine seiner drei Ausbildungsstellen konnte Silvio Zühlsdorf bis jetzt besetzen. Dem Küchenchef des Hanse Hotels Best Western fällt es schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Schlechte Noten und zu viele unentschuldigte Fehltage stehen bei den meisten Bewerbern im Abschlusszeugnis. "Der Beruf des Kochs verlangt einem viel ab", so Zühlsdorf. Nicht selten muss an Wochenenden und an Feiertagen gearbeitet werden. Da sei Verlässlichkeit besonders wichtig, so Zühlsdorf. Hinzu kommt, dass viele der Schulabgänger ein falsches Bild der Berufe hätten und bereits nach wenigen Tagen abbrechen.

Seit 2008 hat sich der Arbeitsmarkt in der Hansestadt komplett gedreht. Während die Zahl der Ausbildungsstellen langsam wieder ansteigt, sinkt die Anzahl der Bewerber drastisch. Gerade einmal 1300 Schulabgänger meldeten sich in diesem Jahr bei der Arbeitsagentur Rostock für die 2100 Angebote. "Jetzt müssen die Betriebe um die Jugendlichen kämpfen", so Christoph Möller, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Rostock. Die Ursache für den aktuellen Trend sieht Möller vor allem im demografischen Wandel. Auch Manuela Balan, Geschäftsführerin des Unternehmerverbands Rostock, beklagt die aktuellen Entwicklungen. Sie sieht zudem noch ein anderes Problem. "Vielen Bewerbern fehlt es an sozialen und persönlichen Kompetenzen." Dies sei auch der Grund, warum es trotz Bewerbermangel derzeit 38 Jugendliche in Rostock ohne Ausbildungsplatz gibt. "Das sind so wenig wie noch nie zuvor", sagt Möller und versichert gleichzeitig, auch für diese noch eine geeignete Stelle zu finden.

Betriebe müssen nachrüsten

Küchenchef Zühlsdorf hat seine Hoffnung, zwei weitere Azubis zu finden, noch nicht aufgegeben. Sein erster Lehrling fängt am 1. Dezember an, passend zum Weihnachtsgeschäft. "Er ist ein sehr guter Realschüler - ein Glücksgriff", so der 39-Jährige. Wenn es nach ihm ginge, müssten allerdings auch die Ausbildungsbetriebe deutlich attraktiver werden. "Geringer Lohn und keine Personalunterkünfte verschrecken viele potenzielle Lehrlinge." Bei einem Bruttogehalt von unter 500 Euro im ersten Lehrjahr lasse sich eine Unterkunft in den Seebädern kaum bezahlen.

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