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18. November 2017 | 02:21 Uhr

Lehrer streiken für bessere Gehälter

vom

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2013 | 08:39 Uhr

Stadtmitte | An vielen Schulen in der Region herrschte gestern der Ausnahmezustand. Grund dafür war der Warnstreik, an dem sich insgesamt 1300 Lehrer des Schulamtsbezirkes Rostock beteiligten. In der Rostocker Innenstadt demonstrierten sie gemeinsam mit Kollegen aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes für mehr berufliche Anerkennung . Hintergrund ist die bundesweite Entgeltrunde, bei der die Gewerkschaften für einen einheitlichen deutschen Tarifvertrag eintreten. Ausgestattet mit Bannern und Trillerpfeifen zog der Protestzug über die Lange Straße zu einer Kundgebung auf dem Universitätsplatz. "Die Beteiligung ist sehr gut. Ich bin sehr stolz darauf, dass so viele Lehrer hier für ihre Rechte kämpfen", so Annett Lindner, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft MV (GEW). Für Thomas Wulf vom Erasmus-Gymnasium Lütten Klein war die Teilnahme eine Selbstverständlichkeit. "Die Gewerkschaften und ihre Forderungen müssen dringend unterstützt werden. Schließlich führen sie die Tarifverhandlungen", so der Deutsch- und Englischlehrer.

Teilsieg: Beamtenstatus für alle bis zum 40. Lebensjahr

Hinter dem Protest der Lehrer steht zusätzlich die Angst, den Anschluss zu den Gehaltsentwicklungen im öffentlichen Dienst auf kommunaler und Bundesebene zu verpassen. Für diesen Bereich konnten im vergangenen Jahr Erhöhungen von 6,4 Prozent ausgehandelt werden. Die GEW fordert nun, die Gehälter der Lehrer um 6,5 Prozent anzuheben. Das sei mehr als maßvoll, so Lindner. Ebenso wichtig ist ihr eine eigenständige Entgeltordnung für den Lehrerberuf. "Wir sind die einzige Beschäftigtengruppe im öffentlichen Dienst, für die es keine einheitliche Tarifregelung gibt", so Lindner. So könnten die Arbeitgeber die Gehälter letztlich einseitig festlegen.

Laut Dietmar Knecht vom deutschen Beamtenbund MV gibt es in den Kommunen des Landes insgesamt 2200 Beamte. Dieser Status soll nun auch für Lehrer durchgesetzt werden. Diesbezüglich konnte schon ein Erfolg erzielt werden. "Es sollen nun alle Lehrer bis zum 40. Lebensjahr den Beamtenstatus erhalten", so Knecht. Das sei auch motivationssteigernd und mache den Beruf attraktiver für den Nachwuchs. Lindner prangerte zudem an, dass die Löhne der Lehrer auch innerhalb des Berufsstandes unterschiedlich geregelt sind. Demnach würden Grundschullehrer deutlich weniger Geld verdienen als Gymnasiallehrer - trotz gleicher Abschlüsse. "Man kann den Wert der pädagogischen Arbeit doch nicht an der Größe des Schülers messen", betont Lindner. Auch Henrik Jager von der Regionalschule Jördenstorf betonte die Wichtigkeit von einheitlichen Regelungen: "Ich protestiere nicht nur für gleiche Tarife der Bundesländer, sondern auch in den Kollegien."

Der Protest in Rostock bildete den Abschluss der ersten Streikwoche in MV. Insgesamt hatten sich 4800 Lehrer aus dem ganzen Bundesland an der Aktion beteiligt. In den vergangenen Tagen hatten die Pädagogen schon in Schwerin und Greifswald Protestzüge organisiert. Am 6. März haben sie bei einer zentralen Kundgebung in der Landeshauptstadt noch einmal die Möglichkeit, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. "Ich hoffe, dass die Arbeitgeber sich jetzt bewegen, wenn wir zeigen, dass wir bereit sind, auf die Straße zu gehen. Wenn nicht, streiken wir weiter", so Lindner.

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