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Anwohnerparkplätze Warnemünde : Lehrer fordern einen Kompromiss

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Neue Regelungen zum Anwohnerparken sind gut für die Bewohner, aber schlecht für Menschen, die in Warnemünde arbeiten

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Die Lehrer der Ecolea-Schule sammeln derzeit fleißig Unterschriften. Während sich die Warnemünder über die lang ersehnte Anwohnerparkregelung freuen, sind die meisten der 60 Pädagogen ratlos. Wegen der neuen Regelung dürfen sie jetzt nicht mehr im Umfeld der Schule parken. Seit dem hagelt es Knöllchen. Und die selbst hergestellten Schilder mit dem Hinweis auf die Ecolea-Schule entbehren einer rechtlichen Grundlage.

„Bei diesem Thema hat die Stadt den zweiten vor dem ersten Schritt gemacht“, sagt Lehrerin Dorit Osadzin. Überall wurden Parkplätze reduziert, es fehle Ersatz und werde zu wenig an die Leute gedacht, die dort arbeiten. „In Berlin gibt es die Möglichkeit, Gäste- und Betriebsvignetten zu erwerben, warum geht das hier nicht“, fragt Osadzin, die morgen das Problem in der Bürgerschaftssitzung im Rathaus vortragen wird. Die Recherchen nach Mietparkplätzen in Warnemünde stimmten die Lehrer nicht optimistischer. Preislich variiert das zwischen unter 100 bis 130 Euro im Monat.

Auch Ulrich Bathmann, Chef des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und seine 260 Mitarbeiter leiden unter dem Wegfall der frei nutzbaren Bewohner-Parkflächen. „Im Institutsumfeld hat sich die Parksituation für unsere Mitarbeiter unzumutbar verschärft“, kritisiert der IOW-Chef. „Viele Mitarbeiter kommen aus dem Rostocker Umland, das nur unzureichend über öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist“, sagt Bathmann. Das IOW hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft, auf eigenem Gelände Stellflächen zu schaffen. „Kostenpflichtige Parkmöglichkeiten im Umfeld des Instituts sind für das arbeitsbedingte Parken zu teuer.“

Bathmann wünscht sich – wie die Ecolea-Pädagogen – einen Kompromiss. „Es wäre gut, wenn zwischen den berechtigten Interessen der Anwohner einerseits und denen der Arbeitnehmer andererseits ein Ausgleich geschaffen werden könnte.“ Der IOW-Direktor plädiert für Park-and-Ride-Systeme mit ausreichend Parkraum am Stadtrand und Shuttleverkehr, außerdem für Arbeitnehmer-Parkausweise, die tagsüber zur Nutzung von Bewohnerparkplätzen berechtigen. Christian Seifert, Sprecher des Handels- und Gewerbevereins, ist Anwohner, versteht aber die Arbeitnehmer. „Durch den Wegfall von Stellflächen ist der Parkdruck enorm. Es wäre schön, wenn wir eine flexible Lösung hinbekommen“, sagt er.

„Alles, was mit dem Verkehr zusammenhängt, ist mit den demokratischen Gremien wie dem Ortsbeirat abgestimmt“, sagt Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Er hat nicht vor, die Schilder wieder zu entfernen. Denn eigentlich sollte diese Regelung schon zur vergangenen Saison eingeführt werden. „Wir können uns gern an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen“, sagt er und ergänzt: „Umsonst werden sie nicht sein.“

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