Rostock : Legte Frank S. das tödliche Feuer Am Beginenberg?

Verheerendes Feuer m Beginenberg: War es Brandstiftung aus Wut über die Trennung?
Verheerendes Feuer m Beginenberg: War es Brandstiftung aus Wut über die Trennung?

45-Jähriger steht wegen Mordes und Brandstiftung vor Gericht – er beschuldigt seine Ex-Freundin Francis B.

svz.de von
22. April 2015, 12:00 Uhr

Forschen Schrittes, im weißen Hemd und elegantem Sakko betritt der Rostocker Frank S. den Gerichtssaal. Seit gestern muss sich der 45-Jährige vor dem Landgericht wegen Mordes und schwerer Brandstiftung verantworten. Die Rostocker Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 24. Juli 2014 aus Wut in der Wohnung seiner Ex-Freundin Francis B. Feuer gelegt und dabei den Tod des im Dachgeschoss schlafenden Hausbesitzers in Kauf genommen zu haben.

Es war gegen 22 Uhr, als es Am Beginenberg 31 lichterloh brannte. Der 62-jährige Konrad N. schlief ruhig im obersten Geschoss. Die Feuerwehr konnte den Hauseigentümer nicht mehr retten und auch große Teile des mehrgeschossigen Hauses fielen dem Feuer zum Opfer. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte den Brand legte. Er soll Kleidungsstücke angezündet und dann das Haus verlassen haben.

Frank S. bestreitet die Vorwürfe. Er sei mit Freunden am Strand gewesen, habe mit ihnen viel getrunken, auch Tabletten eingenommen und sei am Abend zu seiner Mutter gegangen. Sie könne das bezeugen, sagt er. Warum er das jetzt erst sage, fragte der Vorsitzende Richter. „Ich bin der Falsche“, habe er sofort zu den Polizisten gesagt, als sie ihn festnahmen – aber die hätten nicht zugehört. Welchen Grund hätten zwei seiner Kumpel gehabt, ihn der Brandstiftung zu beschuldigen, bohrt der Richter weiter. Nach dieser Frage geht Frank S. zum Angriff über und beschuldigt im Gegenzug seine Exfreundin sowie Felix F., das Feuer gelegt zu haben. Aus Hass, sagt er.

Er habe sich von Francis B. getrennt, weil ihre Wohnung ein Umschlagplatz für Diebesgut und Drogen gewesen sei. Die Wohnung sei immer unaufgeräumt und in einem schlimmen Zustand gewesen. Ein Bekannter habe seiner Ex-Freundin für die Tatzeit außerdem ein Alibi gegeben, das nicht stimme.
Belastend für Frank S. ist die Tatsache, dass er sich monatelang versteckt hielt und erst am 31. Oktober 2014 gefunden und verhaftet wurde. Er kannte die Lebensgewohnheiten des Hausbesitzer gut und hatte ihm schon des öfteren die Treppen hinauf ins Schlafzimmer geholfen. Der Angeklagte kontert, dass bei dem Feuer alle seine Sachen verbrannt sind.

Er solle sich seine Aussagen für den nächsten Verhandlungstag noch einmal überlegen, so der Richter. Frank S. war erst im Mai 2014 aus einer langen Haftzeit entlassen worden. Der Prozess wird heute mit Zeugenbefragungen fortgesetzt.

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