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Heimtücke und versuchter Mord : Lebenslänglich für Mario E. aus Rostock

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Wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung hat das Landgericht Rostock Mario E. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Es sei eine ethisch niedrige Straftat, betonte der Richter.

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erstellt am 15.Apr.2013 | 07:13 Uhr

Wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung hat das Landgericht Rostock einen 32 Jahre alten Rostocker zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es am Montag als erwiesen an, dass der Mann im August 2012 den neuen Partner seiner ehemaligen Freundin mit Absicht töten wollte.

Während das Paar schlief, sei er in die Wohnung der 25-Jährigen eingedrungen und habe mit einem Fahrtenmesser in den Hals des 27-Jährigen gestochen. Er habe ihn töten wollen, um die junge Frau anschließend zu vergewaltigen, sagte der Vorsitzende Richter. Die Frau habe er dann mit einem Elektroschocker bewusstlos machen wollen.

Damit sah das Gericht zwei Mordmerkmale erfüllt: Heimtücke und eine Straftat, um ein anderes Verbrechen zu ermöglichen. Es sei eine ethisch niedrige Straftat, die jeden erschaudern lasse, betonte der Richter in seiner gut zweistündigen Urteilsbegründung. Nach den Messerstichen habe er die 25-Jährige aus der Wohnung geschleift, um sie im Hausflur zu vergewaltigen. Als er im Hausflur Geräusche hörte, habe er aber von ihr abgelassen.

Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Er sei wie fremdgesteuert gewesen, als er an diesem frühen Sommermorgen zunächst mit einer Plastikkarte zwei Türen zu der Wohnung öffnete, in der er zuvor über mehrere Jahre hinweg mit der 25-Jährigen gelebt hatte. Er habe seinen Nebenbuhler zur Rede stellen wollen, doch der sei aufgewacht. Dann sei es zu einer Rangelei gekommen, in deren Verlauf er zugestochen habe.

Das Gericht verwarf diese Version als Schutzbehauptung, es gebe keinen Hinweis auf eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit. Vielmehr sei der Täter mit hoher krimineller Energie seinem Tatplan - dem Mord und der anschließenden Vergewaltigung - gefolgt. So habe er nicht nur einmal zugestochen, sondern kurz zurückgezogen und dann ein zweites Mal die 14,5 Zentimeter lange Klinge in einem anderen Winkel in den Hals hineingestoßen. Es grenze an ein Wunder, dass das Opfer überlebte, sagte der Richter. Der 27-Jährige habe sogar noch selbst das Messer herausgezogen, einen Millimeter an der Halsschlagader vorbei, zitierte der Richter einen Rechtsmediziner.

Der Anwalt des 32-Jährigen, der auf eine zwölfjährige Haftstrafe plädiert hatte, kündigte noch im Gerichtssaal Revision beim Bundesgerichtshof an. Beide vom Richter angeführten Mordmerkmale träfen nicht zu.

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