Urteil : Lebenslänglich für Angriff auf Prostituierte

Urteil gegen den Messerstecher aus Köln gesprochen: Tat trägt nach Ansicht des Richters den Charakter einer Hinrichtung

svz.de von
18. Juli 2014, 20:30 Uhr

Maruf Halil M. muss wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung lebenslänglich ins Gefängnis. Das Rostocker Landgericht sprach gestern das Urteil gegen den 39-jährigen Kurden. Er muss außerdem 20 000 Euro plus Zinsen an sein Opfer, die jetzt 40-jährige Kroatin Tatjana W., zahlen.

Das Gericht geht davon aus, dass Maruf M. mit seinem Kumpan Murat O. (45) am 9. Oktober 2013 von Köln nach Rostock fuhr, um die Prostituierte Tatjana W. wegen angeblicher Drogenschulden zu ermorden. Der 45-Jährige gab sich als Freier aus und erhielt Einlass in die Modellwohnung. Später öffnete er die Wohnungstür und ließ den Angeklagten hinein. Dieser stürzte sich mit einem Messer auf Tatjana W. und stieß es sofort tief in ihren Unterleib. Dann würgte er sie und stach weitere 17-mal zu. Sein Opfer erkannte den Messerstecher sofort. „Ali, was machst du“, sagte sie zu ihm. Murat O. zog sich an und verließ fluchtartig die Wohnung. Der Angeklagte stürzte hinterher. Ein Pärchen konnte sich einen Teil der Autonummer merken: K wie Köln und MO wie Murat O. So kamen die Ermittler den beiden auf die Spur. Während Murat O. zugab, dabei gewesen zu sein und seinen Kumpan beschuldigte, wies Maruf M. jegliche Tatbeteiligung zurück.

„Der Angeklagte handelte in Tötungsabsicht“, befand der Richter. Es sei auch kein Raubüberfall gewesen, denn in der Wohnung des Opfers befanden sich mehrere tausend Euro. Maruf M. handelte aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Das Tatgeschehen trage den Charakter einer Hinrichtung, so der Richter. Der Angeklagte sei für seine Tat voll verantwortlich, eine Milderung der Strafe komme nicht in Betracht. Tatjana W. hätte die schweren Verletzungen nur überlebt, weil es ihr gelang, auf die Straße zu kriechen und sie HIlfe bekam. „Wenn sie in der Haft dabei bleiben, dass sie die Tat nicht begangen haben, dann werden sie nach 15 Jahren nicht entlassen“, sagte der Richter.

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