Universität-Medizin : Leben retten mit einem Eingriff

Bei der OP-Planung: Prof. Dr. Ernst Klar und Stationsarzt Frank Schwandner vor dem Röntgenbild einer von Krebs befallenen Bauchspeicheldrüse in der Schwesternkanzel.
Bei der OP-Planung: Prof. Dr. Ernst Klar und Stationsarzt Frank Schwandner vor dem Röntgenbild einer von Krebs befallenen Bauchspeicheldrüse in der Schwesternkanzel.

Prof. Ernst Klar behandelt Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. 146 Betroffene wurden seit 2010 an der Uni-Medizin behandelt.

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31. März 2015, 13:00 Uhr

Sie produziert Verdauungssäfte und die Hormone Insulin und Glukagon, welche den Blutzuckerspiegel regulieren: die Bauchspeicheldrüse – eine der größten Drüsen des menschlichen Körpers. Sie ist umgeben von Magen, Leber, Darm und Milz „und der Gallengang führt direkt durch sie hindurch“, erklärt Prof. Ernst Klar, Direktor der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantations-Chirurgie an der Chirurgischen Klinik der Rostocker Universitäts-Medizin.

In den letzten fünf Jahren wurden an der Uni-Medizin 146 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt. Bei einem Fünftel von ihnen sei Langzeitüberleben möglich, sagt Klar. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 16  000 Menschen am Pankreaskarzinom. Die Krankheit ist für etwa sieben Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. Bei Frauen und Männern verläuft sie gleichermaßen gefährlich, ist die vierthäufigste Krebstodursache, so Klar.

Einen 50-jährigen Rostocker Familienvater, der an dem tückischen Krebs erkrankt war, hat der gebürtige Heidelberger vor fünf Jahren acht Stunden lang operiert. „Der Patient hat auf neu aufgetretene Bauchschmerzen sehr schnell reagiert“, so Klar. Nach einem Bluttest beim Hausarzt mit erhöhten Werten der Bauchspeicheldrüse, einer Ultraschall-Untersuchung, einer Magenspiegelung und einer Computertomografie war der Mann zur Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes an die hiesige Uni-Chirurgie verwiesen worden.

„Es war eine Herausforderung, die 2,4 Zentimeter große Geschwulst von den großen Blutgefäßen, die den gesamten Darm versorgen, vollständig abzulösen“, so der 62-Jährige, der mit jedem Patienten einen Pakt zur Heilung schließt. Schließlich handelt es sich bei der Bauchspeicheldrüsenkopfentfernung mit Wiederherstellung der Nahrungspassage und Gallenableitung um eine der größten Operationen in der Bauch-Chirurgie.

Fünf Jahre später geht es dem Rostocker Patienten bestens. „Er geht seinem Beruf nach und hat Spaß am Leben“, freut sich Klar. Mittlerweile gebe es eine gewisse Sicherheit, dass der Tumor nicht erneut auftritt. Doch der Professor bedauert, dass nur 20 Prozent aller betroffenen Patienten überhaupt operiert werden könnten – weil das Karzinom häufig zu spät entdeckt werde.

Was ihn an seinem Job fasziniert? „Mit einem kontrollierten Eingriff in vielen Fällen zu heilen“, sagt Klar. Rennradfahren, Joggen und Skilaufen helfen ihm dabei, Abstand von seiner Verantwortung zu gewinnen.

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