Laut, lauter, Am Strande

Die Pegelwerte für den Ballungsraum Rostock am Tag
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Die Pegelwerte für den Ballungsraum Rostock am Tag

svz.de von
27. Juni 2012, 07:47 Uhr

Rostock | Etwa 5000 Menschen leben in Rostock mit erheblichen Lärmbelästigungen. Vor allem entlang der Hauptverkehrsachsen wie der L22 haben Anwohner Tag und Nacht unter hohen Geräuschpegeln zu leiden. Das zeigt die Lärmkarte, die das Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie (Lung) jetzt erstellt hat. Gestern wurde sie dem städtischen Amt für Umweltschutz übergeben. "Die Karte ist die Grundlage für den neuen Lärmaktionsplan, den wir nun entwickeln müssen", sagt Steffen Nozon vom Umweltamt. Ein Jahr hat die Stadt dafür Zeit.

Ein Blick auf die Karte lässt schnell erkennen, an welchen Stellen Rostock dabei ansetzen muss. Vor allem an den viel befahrenen Straßen rund um die Innenstadt, an der Stadtautobahn und an den Haupterschließungsstraßen der Wohngebiete liegen die Werte sehr hoch. "Ab 65 Dezibel als Tageswert und 55 Dezibel in der Nacht ist der Lärm gesundheitsgefährdend", sagt Hermann Lewke vom Landesamt. In der Karte sind die Bereiche dunkelrot und violett gekennzeichnet. Dort, wo die Grenzwerte überschritten werden, können die Bewohner unter Schlafstörungen oder Kommunikationsproblemen leiden. Zudem tragen sie ein höheres Herzinfarktrisiko.

Allerdings sind nicht sämtliche Lärmquellen in der Hansestadt auf der Karte erfasst. "Die EU-Richtlinie schreibt vor, dass der Kraftfahrzeugverkehr, Straßenbahnen, bestimmte Gewerbe wie die Brauerei oder Energieerzeuger sowie Seehäfen aufgenommen sein müssen", sagt Lewke. Nicht enthalten sind der Seekanal oder Betriebe wie die Werften. Und auch die Daten für die Bahngleise fehlen noch. "Wir wissen aber schon jetzt, dass auch die S-Bahn Probleme macht", sagt Gisela Neumann vom städtischen Umweltamt.

Mit dem Lärmaktionsplan sollen nun Wege entwickelt werden, wie die Einwohner der Hansestadt besser vor Lärm geschützt werden können. "Vorstellbar ist eine Reihe von Maßnahmen wie Tempolimits auf Straßen, bessere Fahrbahnbeläge, in bestimmten Bereichen auch Lärmschutzwände und die Verbesserung des Nahverkehrs", sagt Nozon. Bei der Arbeit an dem Plan soll es eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung über das Internet geben. In einigen Wochen werden sämtliche Karten auf des Homepage des Lung veröffentlicht. Ein erstes Bürgerforum soll es im Oktober geben.

Wie wirkungsvoll Rostock seine Lärmprobleme bekämpft, behält dass Land im Blick. Alle fünf Jahre wird das Lung künftig eine neue Lärmkarten erstellen.

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